? Einführung differenzierter Winddrücke in Deutschland

MCVL @, Samstag, 13. Januar 2024, 21:36 (vor 975 Tagen) @ Cremona
bearbeitet von MCVL, Samstag, 13. Januar 2024, 23:45

Ich halte das mittlerweile auch für die wahrscheinlichste Variante.
Walcker hatte die Verwendung einer großen Anzahl von Bälgen und deren Abmessungen entweder aus der Literatur oder eigener Anschauung aufgegriffen; auf die Idee mit den differenzierten Winddrücken ist er aber wohl von selbst gekommen.
Merklin wiederum dürfte die Idee tatsächlich von Walcker übernommen haben

Martin Braun, ja, wie kam er auf die Idee in Emmingen? Durch Orgelbauinspektor Baader, durch einen Walcker-Mitarbeiter, durch seine eigene Genialität? Es wird nicht mehr zu klären sein.
Wobei ich Braun für in jeder Hinsicht genial ansehe, nur hatte er kaum die finanziellen Mittel, um von sich aus Neuerungen einzuführen bzw. wenn er dies tat, endete das in der Regel für ihn in einem finanziellen Desaster, so wie auch im Konstanzer Münster. Auch in Emmingen blieb er schließlich auf annähernd unbezahlten 1000 fl sitzen, die Gläubiger saßen ihn im Genick, als er kurz vor Weihnachten 1844 einen anrührenden Bettelbrief nach dort schickte, ohne Ergebnis.
Das alles führte dann dazu, daß die Firma in späteren Jahren von der sprichwörtlichen Hand in den Mund lebte.
Aber wie gesagt, Braun, der sich ja in vieler Hinsicht von Walcker und seiner Schule absetzen wollte und es auch tat, der hatte das Genie dazu, selbst auf eine solche Lösung zu kommen, gerade in dem Fall Emmingen, wo er den Umständen halber zu mehreren Kunstgriffen genötigt war.


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