Neue Orgel mit 36 Registern - ohne Pedalkoppeln

ArnezN, Montag, 10. November 2014, 12:04 (vor 4381 Tagen) @ untersatz32
bearbeitet von ArnezN, Montag, 10. November 2014, 12:08

Hier in Göttingen gibt es bekanntermaßen hauptsächlich mechanische Schleifladen. Mir sind im Stadtgebiet nur zwei elektropneumatische Instrumente Bekannt: Die Krell-Orgel in der Pauluskirche und die bekannte Mahrenholz/Furtwänglerin in der Marienkirche. Erstere ist eine Qual, ich habe tatsächlich jedes mal, wenn ich da ran muss (kommt nicht so oft vor) das Gefühl, dass ich gegen das Instrument spielen muss, es wirkt uninspiriert von der Disposition bis zum Tastenbelag, und die Traktur leistet einen großen Beitrag dazu. Die Orgel in der Marienkirche ist natürlich alleine von der Geschichte her interessant. Aber sie ist, trotz Elektropneumatik, ein Instrument, an das man sich ransetzt und spielt. Da funktioniert die Traktur also hervorragend. Trotzdem fehlt mir einfach der Kontakt zum Klang. Ich meine das nicht esotherisch, sondern schlicht motorisch: Ich möchte meine Artikulation spüren und dadurch steuern können. Sehr gut geht das übrigens auch in der Göttinger Nikolaikirche, wo eine (leider "verottete") Sauer-Orgel mit mechanischer Kegellade steht.

Natürlich, für manche Musik ist die Pneumatik/Elektropneumatik durchaus brauchbar, aber m.E. sind solche Instrumente genauso "einseitig" wie eine Schnitger-Kopie (das Themenstiftende Instrument zähle ich da nicht zu!)

Meine Meinung ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass ich kein Orgelsymphoniker bin und das Cembalo dem Klavier deutlich bevorzuge. Deswegen würde ich mich auch, wenn ich die Wahl habe, nie auf eine Orgelstelle mit einer spätromantischen oder romantisierenden Orgel bewerben, weil ich weiß, dass mich das Instrument nicht zufriedenstellen würde. Aber ich denke eben, dass die Symphonik in der Geschichte der Orgelmusik auch nur eine Epoche ist und nicht als Maßstab für jede neue Orgel gelten kann.
Eine neue Orgel muss und kann nicht alles können, und das Edskes-Instrument kann Widor vmtl. genauso gut wie eine x-beliebige ACC-Kopie Weckmann. Für mich ist ein Univeralinstrument nicht eines, auf dem ich alles spielen kann, sondern eins, auf dem alles gut klingt.

Gruß,
Arne


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