Neue Orgel mit 36 Registern - ohne Pedalkoppeln

ArnezN, Samstag, 08. November 2014, 10:47 (vor 4383 Tagen) @ 3rd_astronaut

Ich stimme Orlos zu, dass in dieser Orgel offensichtlich eine Portion spleeniger Historismus verbaut ist...

Wieso ist diese Orgel mit spleenigem Historismus ausgestattet, eine romantisierende Hochdruckkiste der aktuellen Bauart jedoch nicht? Vielleicht ist es ein Fehler mancher Orgelbauer, dass sie sich auf Arp Schnitger oder sonstwen berufen. Vielleicht sollten sie so eine Orgel wie die hier besprochene lieber als eigenes alternatives Konzept zum Mainstream im Orgelbau verkaufen. Es ist doch grundsätzlich das Problem des aktuellen Orgelbaus, dass alles an irgendein Vorbild angelehnt ist und somit (fast) jeder Neubau allein schon von der Idee her im Historismus hängen geblieben ist. Ich glaube, dass ein guter Orgelbauer auch heute eine überzeugende Orgel komplett selbst konzipieren könnte, von der Disposition bis zu den Mensuren. Aber man lässt ihn ja in der Regel nicht...

aber im Gottesdienst will die Gemeinde vielleicht auch das 17. Jahrhundert mal akustisch verlassen, und dann muss man ohne Not oft rumpfuschen...

Im Gottesdienst will die Gemeinde nach meiner Erfahrung vor allem inspiriertes Orgelspiel, dass inhaltlich und stimmungsmäßig den Gottesdienst bereichert. Ob das mit Bach oder Reger passiert, ist den meisten egal. In der Regel sind es die Organisten, die über die Grenzen ihrer Orgel hinaus spielen wollen - und dabei oft übersehen, dass ihr Instrument vielseitiger ist, als sie denken.

Viele Grüße,
Arne


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