Neue Orgel mit 36 Registern - ohne Pedalkoppeln

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 05. November 2014, 17:18 (vor 4386 Tagen) @ Heuler

Bei der Disposition benötigt man auch keine Pedalkoppel!

.....das stimmt nur, wenn auch die Mensuren, Winddrücke und Intonation stimmen (davon wird man bei Edskes wohl ausgehen dürfen). Es gibt reihenweise Neobarockorgeln ohne Pedalkoppeln, bei denen diese Parameter leider überhaupt nicht stimmen und Pedalkoppeln dringend nötig wären, um dem asthmatischen Pedal wenigstens etwas Leben einzuhauchen (wobei der "Rest" dann auch nicht wesentlich lebendiger ist - man ergänzt sozusagen Todkrankes durch Schwerkrankes...) oder wo die Pedalkoppel dann im nachhinein mit einigem Aufwand eingebaut wurde, weil man den falsch verstandenen Purismus dann doch bereute.

Ich kann immer wieder nur auf diese Orgel hinweisen: schon optisch erkennt man die massigen Mensuren des Prospektprinzipals (16') in den Pedaltürmen gegenüber dem schlankeren (aber gleichwohl immer noch kräftigen) HW-Prinzipals; auch sonst ist das ein groß besetztes Pedal, nix schüchtern-spröde. Bei solchen Orgeln funktioniert das "pedalkoppellose" Konzept. Soll es sich aber nicht um eine barocke Stilkopie handeln, würde ich immer eine Pedalkoppel vorsehen.

Die von Orlos verlinkte Edskes-Orgel löst bei mir zwiespältige Gefühle aus. Mit den typischen Schnitger-Konzeptionen - insbesondere dem "Hamburger Prospekt" - hat sie nichts zu tun, und an freistehende Spieltische kann ich mich bei Schnitger auch nicht erinnern. Ob man mit solchen archaisch anmutenden Konzepten auf Dauer glücklich wird, scheint mir zunehmend fraglich.

Gruß,
Wolfgang


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