München - Herz Jesu

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 06. November 2014, 15:19 (vor 4385 Tagen) @ MAT

Sehr interessant - und sicher diskussionswürdig - finde ich die ziemlich pointierten Theologischen Deutungen und Reflexionen auf der Homepage von Herz-Jesu hierzu:

"Jede Zeit hat das Recht in Anspruch genommen, ihre Kirchen zu bauen. Immer, wenn dies originär beherzigt wurde, war es ein Ausdruck an Glaubensstärke. Immer, wenn in der Kirchenbaugeschichte die sogenannten Neo-Phasen anbrachen, offenbarte sich eine Glaubensschwäche. Es herrschte eine retrospektiv-idealisierende Sichtweise vor, die den Gegenwartsblick scheute und es tunlichst gemieden hat, den Impulsen des Jetzt zum Durchbruch zu verhelfen. Diese Träumerei hat sich nie ausgezahlt. Heraus kamen Plagiate zweifelhafter Qualität. Von weitem schon sah man ihnen den Makel der Duplizität und die fehlende Originalität an.


Diese Aussagen sind aber ziemlich pauschal. Es gibt auch Plagiate in guter Qualität, oder?

....ich bin grundsätzlich auch gegen Plagiate. Aber ein wenig ansprechendes Gebäude läßt sich schlecht damit verteidigen, daß es ein "Original" ist. Diese Kirche könnte für mich genausogut der Vortragssaal einer Bank oder Versicherung sein, jedenfalls nach den Fotos; die allzu lineare Ausrichtung erinnert mich an "Bahnhofshallen-Kirchen" der Nachkriegszeit.

Was die Garantie betrifft: in der Tat hat der Auftraggeber einen Vertrag mit dem Orgelbauer, nicht mit dessen Zulieferern, so jedenfalls der Normalfall. Somit ist es das Problem des Orgelbauers, wenn der Zulieferer schlechte Pfeifen liefert. Nach einem beabsichtigten Effekt sieht mir das hier nicht aus, die einsinkenden Pfeifen wirken allenfalls unfreiwillig komisch.

Die Garantien im Orgelbau sind üblicherweise sehr viel länger als die gesetzliche Gewährleistung bei Werkverträgen - 10 Jahre bei großen Revisionen und sogar noch mehr bei Neubauten sind da keine Seltenheit, freilich unter Einhaltung von Bedingungen wie Wartungsvertrag mit der Erbauerfirma, Einhaltung bestimmter Temperatur- u. Feuchtigkeitswerte usw.; insofern ist die gelegentlich anzutreffende "Buchführung" an der Orgel nicht immer von Vorteil: mir wurde mal ein Fall berichtet, in dem der Orgelbauer in das Buch hineinsah und prompt erhebliche Temperaturüberschreitungen über einen längeren Zeitraum feststellte, worauf die Orgelbaufirma mitteilen ließ, daß die Garantie leider erloschen sei. Es war Winter - und er war wegen Trakturproblemen bestellt worden.....

Gruß,
Wolfgang


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