Rolf Dietrich Claus, Zur Echtheit von Toccata und Fuge d-Moll BWV 565

Manuel, Samstag, 24. Mai 2014, 18:52 (vor 4545 Tagen) @ Orlos

Allerdings ist das Kontra-H eine Reminiszenz an die französische Orgelmusik, während das große Cis u.a. in BWV 565 wohl kaum eine derartige Anspielung vorgesehen gewesen.

Ach ja, und da wir schon dabei sind (letztlich geht es ja nur um Geschichte und man kann dieses Musikstück ja wie jedes andere auch schätzen und spielen und hören und lieben): in BWV 565 gibt es praktisch keinen Kontrapunkt, von der einfachen Harmonik mal abgesehen. Selbst die kleinen Fugenabschnitte z.B. in BWV 551 sind da dichter gearbeitet (von den Sonaten für Violine solo mal ganz zu schweigen).
Von mir aus kann jeder, der das will, die Toccata für ein Werk Bachs halten. Ich habe mich ein wenig an dem Wort "Gerücht" gestoßen, das Wolfgang benutzt hat. Denn so oder so: das die Echtheit dieser Komposition zumindest zweifelhaft ist, lässt sich meines Erachtens nicht mehr bestreiten - dazu sind einfach zu viele Autoren aufgetreten, die solche Zweifel geäußert haben (Roger Bullivant, Peter Williams, David Humphreys).

Aber wie gesagt: schöne Musik ist es trotzdem.

Gruß, Manuel


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