Rolf Dietrich Claus, Zur Echtheit von Toccata und Fuge d-Moll BWV 565

Hilbrands @, Samstag, 24. Mai 2014, 10:42 (vor 4545 Tagen) @ Axel

Peter Williams, "BWV 565: A Toccata in D minor for Organ by J. S. Bach?" in: Early Music, Bd. 10, Juli 1981, S, 330-337, der Bachs Verfasserschaft in Frage stellte, schlug ja als Ursprungskomposition ein Werk für Violine solo vor. Er hat viel Widerspruch geerntet.
Das erklärt m.E. aber die zahlreichen, oben in der Diskussion genannten Besonderheiten, die immer wieder als Argumente gegen Bach als Urheber zu Felde geführt werden: Unisono-Beginn, Arpeggien, Fermaten, Einstimmigkeit der Fuge, Pedalsolo inmitten der Fuge, wenig Kontrapunkt, torsohafte Kontrasubjekte, ausgeprägte Echopassagen usw.
Die schwierige Qellenlage mag andere Besonderheiten erklären (Überschrift, Tempoangaben usw.). Ob die Bearbeitungen/Rekonstruktionen für Violine solo überzeugen, mag jeder selbst entscheiden.
Ich habe keinen Zweifel an der Authentizität der "epidemischen" Toccata. Sie wäre ansonsten kaum so berühmt geworden. Aber die Entstehungsverhältnisse werden wohl im Dunkeln bleiben.
Die Frage wurde bereits angesprochen, welche Orgel dafür geeignet war. In Ohrdruf, Weimar, Arnstadt, Mühlhausen und Köthen hatten m.W. in der großen Oktave alle kein tiefes Cis...
Gruß,
Walter


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