Orgelbauer - Personalstil

FranzS., Montag, 24. März 2014, 23:26 (vor 4594 Tagen) @ kjz1
bearbeitet von FranzS., Montag, 24. März 2014, 23:44

Na ja, sowas würde es heute schon noch geben, jedoch kann sich das ein Orgelbauer nicht mehr leisten. Die bedeutenden Orgelbauer der 60er, 70er und 80er wie Hans Gerd Klais, Josef von Glatter-Götz oder Gerhard Schmid konnten einen ausgeprägten Personalstil pflegen, weil die Auftragslage es erlaubt hat. Soviel ich weiß, war ein "Sachverständigenkonzept" bei den obigen Firmen eher die Ausnahme. Seltsamerweise waren es aber gerade diese Firmen, deren damals erbaute Orgeln heute noch zu faszinieren vermögen, während andere Orgelbaufirmen mit dem Tod, oder der Pensionierung des (alleinherrschenden) Sachverständigen sang und klanglos verschwunden sind (und da gibt es durchaus Firmen, die eine vierstellige Opuszahl zu verzeichnen hatten). Die Zeiten haben sich aber geändert und die damals richtungsweisenden Firmen können ihr Klangerbe nicht mehr fortführen, weil sie auf die Auftragsvergabe der Sachverständigen angewiesen sind. Die bei Neubauten herrschende Klangmonotonie haben wir bestimmt nicht den Orgelbauern zu verdanken, sondern ist schon von Anderen zu verantworten.

viele Grüße
Franz


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