Artikulation in Bachs Triosonate e-moll

Evacuant, Dienstag, 04. März 2014, 20:05 (vor 4628 Tagen) @ Axel

Für mich zeigt es nur, dass Bach für Orgel andere Bögen eingetragen hat, als für Violine und Oboe (was ist das in der Kantate? d'amore? da caccia?). Mit weiter reichenden Schlüssen wäre ich da vorsichtiger.

Oboe d'amore und Viola da gamba sind die zwei Stimmen in der Kantate.

Über die Artikulation der Orgelstimme hast Du jetzt gar nichts geschrieben. Da gibt es allein für den zweiten Takt des Themas viererlei Artikulationsbezeichnungen:
Bögen auf 1, 2, 3 (Takt 6, 10, 17)
Bogen nur auf 1 (Takt 21)
Bogen nur auf 2 (Takt 36)
kein Bogen (Takte 30, 32, 51 und 54)

Weiterhin könnte man auch so argumentieren: Ein Bogen zeigt bis weit ins 19. Jh. nicht nur eine Artikulation, sondern auch einen Akzent auf der ersten Note unter dem Bogen an. Ihn hier als Akzent aufzufassen, macht durchaus Sinn. Wir haben hier den langsamsten "schnellen" Satz der Sonaten. Man könnte in Versuchung kommen, 2er Gruppen zu spielen, nicht als Artikulation, sondern als zu engmaschige Akzente. Möglicherweise wollte Bach das unterbinden.

Sind das nicht sogar weiter reichende Schlüsse als meine?
Wie begründest Du, dass der Vivace-Satz der langsamste "schnelle" Satz der Sonaten sein soll? Langsamer als der 1. Satz der C-Dur - und gar der d-moll-Sonate?
Und wie begründest Du, dass Bach in der Kantatenfassung gerade im ersten Vivace-Takt drei Zweierbindungen hintereinander notiert?


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