Fußnote

Aeolinchen, Freitag, 05. April 2013, 12:39 (vor 4894 Tagen) @ OrganisteTuttilaire

Und da stelle ich bei der absolut überwiegenden Anzahl derer, die ich in den unterschiedlichstens Qualifikations- und Examensleveln spielen höre - einschließlich diverser Profs und Domorganisten - fest, dass, wenn sie zwar offenbar in der Tat das "Handwerk" der Improvisation irgendwie beigebracht bekommen haben, z.B. einen sauberen Kontrapunkt hinbekommen, lehrbuchmäßige Verzierungen einbauen, stilnah zu harmonisieren sich bemühen - aber es wird einfach keine Musik draus. Es bleibt beim Choralvorspiel Typ soundso oder bei der Fuge Stil xyz, aber nochmal: Es ist keine Musik. Es fehlt die Inspiration, es fehlt die Kreativität, es fehlt an allem, was Tonkunst im Ergebnis hörenswert macht.

Weil man mehr oder weniger begabten Leuten irgendeine Arbeitstechnik, Kontrapunkt, Tonsatz und Stilkunde beigebracht hat - aber wahre Kreativität, Inspiration, musikantischer Geschmack und ein freier Geist scheinen nicht auf den besagten Lehrplänen zu stehen.

Das ist der Punkt. Dabei wäre dem so einfach abzuhelfen. Man ergänze den sowieso schon netwas dünnen Lehrplan der Kirchenmusikerausbildungdurch:
1 Pflichtvorlesung "Wahre Kreativität"
1 Pflichtvorlesung "Inspiration"
1 Pflichtvorlesung "musikantischer Geschmack"
und
1 Pflichtvorlesung "freier Geist"
und zwar vom ersten bis zum letzten Semester.

Dann lernen die das endlich.


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