Improvisation vs. Organistenzwirn

OrganisteTuttilaire, Dienstag, 02. April 2013, 12:12 (vor 4897 Tagen) @ willscher
bearbeitet von OrganisteTuttilaire, Dienstag, 02. April 2013, 12:22

Mal nur auf den Auszug bezogen:

Nettes Toccatenmodell, in den ersten Takten jedenfalls. Aber danach franst es metrisch total aus und die gute Idee der ersten Takte wird nicht durchgehalten. Klebt tonal in der Tonika und ist auch sonst harmonisch äußerst dünn. Kein strukturierter Aufbau, keine Spannung, keine Durchführung, keine Modulationen, allenfalls ein paar wenige bemühte Rückungen.


daran kranken so gut wie alle Impros, auch die in ND: kein zweites Thema, was dann mal mit dem ersten kombiniert werden könnte. Tja, heißt nämlich: Übeaufwand - auch bei Improvisation. Wer hat schon Zeit dafür?..................


Mal so sagen: Mir würde ja schon (als Hörer) reichen, wenn aus dem ersten Thema was gemacht würde, wenn eine Geschichte erzählt wird, Dinge passieren, Dramaturgie stattfindet, Spannungen auf und abgebaut werden, der Tonraum erforscht wird und auch mal Überraschungen kommen. So wie bei Lefebvre, Latry, Seifen, Briggs, Baker, Blanc... Alle diese haben freilich ihre Versatzstücke, Schemata und Formulierungen, so wie ein guter Koch seine Grundlagen hat. Aber als guter Koch damit eben kreativ umgeht. Und nicht einfach nur dünnen Aufguss ohne jeden Geschmack und Nährwert auf den den Tisch kippt. Musik machen wäre gefordert. Stattdessen werden Töne erzeugt. Improvisation sollte Komponieren ohne Radiergummi sein. Nicht aber bloßes Gedudel. Dies als allgemeines Postulat, nicht konkret auf Köln bezogen.


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