Neupfarrkirche Regensburg

3rd_astronaut, Montag, 21. Januar 2013, 20:38 (vor 4976 Tagen) @ OrganisteTuttilaire
bearbeitet von 3rd_astronaut, Montag, 21. Januar 2013, 22:37

Nun endlich gibt es auf der Website des Vereines eine entsprechende Veröffentlichung.

Beispielsweise wurde in den Bälgen - inzwischen brüchiges - Gummituch statt Leder verwendet, Traktur-Wellen sind aus Aluminium, Holzabstrakten haben einen zu niedrigen Querschnitt, es gibt Kunststoffschleifen in den Windladen etc. Für ein Orgelwerk aus den achtziger Jahren finden sich erstaunlich wenig hochwertige Legierungen im Instrument. Über 40 % des Pfeifenbestands stammt aus älteren Beständen zum Teil unbekannter Herkunft - nicht nur aus dem Vorgängerinstrument von Steinmeyer - und wurde damit nicht speziell für dieses Instrument und den Kirchenraum spezifiziert. Es überwiegen Naturguss-Legierungen bis hin zu Zinklegierungen (im Pedal und sogar im Prospekt). Das gesamte Gehäuse ist in Rahmen und Füllungstechnik erbaut, jedoch nicht aus tragendem, massivem Material, sondern aus nicht tragfähigem Mehrschichtholz. Das Gehäuse steht somit nicht in funktionaler Verbindung zum Orgelwerk und kann deshalb auch keine Einheit bilden. Dies hat nicht nur technische Konsequenzen, sondern vor allen Dingen auch klangliche (fehlende Resonanz). Zu viele Pfeifen, vor allen Dingen in den tieferen Lagen, sind abgeführt und stehen nicht auf den Pfeifenstöcken, d. h. fehlende optimale Windversorgung der Pfeifen ist die Folge.

Ein paar (unbedarfte) Fragen zu den Mängeln:
- was ist an Alu-Traktur-Wellen nicht gut?
- was ist an Kunststoffschleifen nicht gut?
- was ist an einem "Sammelsurium" an Pfeifen nicht gut, wenn sie auf den Raum intoniert wurden/werden?
- was ist an Zinkpfeifen nicht gut?
- warum soll das Gehäuse resonieren (Freipfeifenprospekte!)?
- warum sind Kondukte prinzipiell schlecht?


Und weiter:
Warum hat man sich diese in den Vorgängerforen belächelten Pläne nicht verkniffen, wenn man seit Urzeiten von Koryphäen der Organistik beraten wurde?

Wieso wird die (nun nicht mehr angestrebte) 1001., tendenziell hypertrophe Stilkopie in geistiger Nähe einer innovativen, da hierzulande noch ungewohnten, Stilkopie in Bonn-Beuel gesehen?


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