Karfreitag in der Neanderkirche (etwas OT)

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 25. Oktober 2024, 13:49 (vor 685 Tagen) @ MartinH

Übrigens, was ich damit v.a. sagen wollte: Man kann froh und dankbar sein, wenn sich noch vereinzelt Leute von dem Format wie die Solisten hier (oder auch entspr. Komponisten) für Kirchenengagements gewinnen lassen. Abgesehen davon, dass Blarr diesbezüglich schon ein Phänomen war (was der damals an seiner kleinen Hinterhofkirche quasi im Stillen aufgebaut hat) ging der Abbruch seit damals rasant voran, befeuert durch Kirchenleitungen auf Geisterfahrt (deren Rente ttotzdem, man muss fast sagen: leider, sicher ist).

Ich denke, die Hoffnung ist berechtigt, dass es weiterhin solche Menschen gibt, die einfach dieses Feuer haben. Auf materieller Seite wird es vielleicht öfter vorkommen, dass glückliche Umstände mithelfen müssen - z. B. dass ein Ehepartner wirtschaftlich auffängt, was die schlechte Stellenausstattung des mit vollem Schwung agierenden Inhabers nicht mehr hergibt.
Oder Menschen, die im Ruhestand noch in (fast) gewohnter Qualität und Intensität weitermachen, obwohl sie nun ihrem Wirkungsort nicht m,ehr direkt auf der Tasche liegen.

Solche Umstände machen natürlich die strukturellen Verluste nicht weniger bedauerlich.
Blicken wir in die Kirchenmusikgeschichte, verdanken wir allerdings auch in weiter zurückliegenden Zeiten manches Meisterwerk einer Situation, die strukturell schwierig war, nicht zu reden von aller Kunst, die in Kriegs- und Pestzeiten praktiziert wurde.

Ein "Es war alles schon mal schlimmer" kann also ein kleiner Trost sein, sollte aber - was hier im Thread ja auch gemeint ist - nicht die Benennung oder das Beklagen schwindender Möglichkeiten (gerade wennvauch Leichtfertigkeit in deren Abbau unterstellt werden muss) bremsen.


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