VOD/BDO-Tagung 2014 in Köln (II)

Karsten @, Sonntag, 22. Juni 2014, 13:47 (vor 4515 Tagen) @ Heuler
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 22. Juni 2014, 13:53

Engagiert widersprachen Susteck Rudolf Meyer aus Winterthur, Frank Weimbs und Kristian Wegscheider - und auch ich. Mir selbst ging es dabei um das Können guter Organisten, von dem ich glaube, daß es solche "Effekte" nicht zwingend braucht - mein Beispiel war, wie in Lübeck (wenn auch dort in anderem Zusammenhang), das herausragende Improvisationskonzert Wolfgang Seifens zu Murnaus "Faust"-Stummfilm im Rahmen des letzten Hamburger Orgelsommers im Hamburger Mariendom. Diese Orgel erfüllt keine der Bedingungen Sustecks - und trotzdem macht sie überragende Musik möglich. Von daher scheint mir das *prinzipielle* Formulieren solcher Anforderungen problematisch.

Ohne Wolfgang Seifens (zwefelos überragenden) Improvisations- und Kompositionskünste schlecht reden zu wollen: Er ist ja nun das schlechteste Beispiel für anvantgardistische Musik. Oder ich habe mit dem erwähnten Lübecker Konzert das eine Konzert verpasst, in dem er etwas völlig anderes gemacht hat.

Ich habe auch gestutzt, als ich das las. Aber ich vermute, dass es hier um das Missverständnis Wolfgangs (und vielleicht anderer Teilnehmer) ging, was von Seiten Sustecks mit "Schlagwerk" und wie dessen Einsatz gemeint war. Eben nicht der Einsatz im Sinne der Kino-Wurlitzer-Orgel, wie man es aus der Stummfilmbegleitung her kennt, sondern in einem neuen, eben Avantgarde-Sinn. Wolfgang Seifen und andere auch braucht solche Effektregister für Stummfilmbegleitung gerade nicht. Daher wurde er angeführt.

Wolfgang räumt ja auch später ein, dass die Privatvorführung Sustecks ihm Augen und vor allem Ohren geöffnet hat.

Gruß
Karsten


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