Spieltisch Passau

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Freitag, 24. Januar 2025, 09:35 (vor 592 Tagen) @ French Horn

Ich hätte deshalb überlegt, nicht mehr alle Teil-Orgeln des Doms an den Generalspieltisch anzuschließen (muss die Chororgel wirklich vom Generalspieltisch aus ansteuerbar sein?)

Sie muß!!! Sicher keine Option! Die Chororgel (besonders auch das Pedalwerk) hat gerade mit den Balkonwerken zusammen jetzt noch mehr Bedeutung. Dies wäre wie eine Amputation. Dann könnte man sie gleich stilllegen!
Dann sind die Balkonwerke gleich mal isoliert...

Wichtiger Gedanke.

sondern nur das, was man für das "große Spiel" wirklich braucht (also insbesondere die Orgelanlage im Westen)

Damit würde man den Grundgedanken der Gesamtanlage zerstören.
Man will nicht nur das "große Spiel". Dialog, Feinheiten...

Das Team Grenzing/Weimbs, also vor allem Grenzing/Andreas Fuchs, haben bei ihrem Beitrag zu unserem Wettbewerb betont, dass nach ihrer internationalen Erfahrung die Organistenschar immer meckern würde, wenn eine Orgelanlage nicht komplett anspielbar wäre. Wir hatten in der Auslobung zugunsten der Ergonomie und auch aufgrund der Tatsache, dass wechelseitig zwischen HO und CO gespielt können werden sollte, durchaus angeregt, nur eine Auswahl zu treffen oder so. Wie gesagt, Grenzing ging so weit, einen eigentlich nicht vorgesehenen Zentralspieltisch zu entwerfen und auch beweisen zu wollen, dass das kein Monster würde (es wären ja viel weniger Elemente als in PA geworden, aber das Gebilde wäre deutlich größer als unsere vorhandene Orgel gewesen).
Rieger wiederum ließ sich darauf ein, dass sozusagen in amerikanischer Praxis von unten an der CO zwar die HO gespielt werden würde, aber vor allem aus Setzerkombis, mithin haptische/physische Bedienelemente entfallen könnten.
Es gab im Preisgericht und vorab in der Orgelkommission teilweise starken Widerstand gegen einen Zentraltisch und auch dagegen, dass an einer eher kleinen (15-20) CO ein großer Tisch (incl HO) steht.

auch wenn das zur Folge hätte, dass man dann nicht mehr von der "größten Kirchenorgel der Welt" sprechen kann. Ich finde, dass diese größt-höchst-meist-best-Überbietungsformeln ohnehin verjährt sind....

Die Pfeifen wären ja trotzdem da... was ändert dann dies?
Das Grundkonzept stammt von Steinmeyer und ist jetzt nicht neu "erfunden"...

Also, ich wäre sofort bei jener Orghanistengruppe, die "alles" an der Hand haben will. Zugegeben, in PA zahlt man aufgrund der Dimensionen dafür einen gewaltigen Preis.

Bei dieser Gelegenheit ein weiterer Aspekt: Technisch und potentiell gesehen bieten diese Anlagen viele unübliche Gestaltungsmöglichkeiten für Orgelliteratur, vor allem nämlich die Verteilung der Struktur im Raum. Das aber zu praktizieren und zu präsentieren erfordert mindestens einen willigen Hausorganisten, da dieser die Anlage am besten kennt und weiß, wann er auch mal in der Kirche zwischendurch ein wenig vorbereiten kann, und/oder viel Übemöglichkeit für Gäste.

Vom Wiener Stephansdom weiß ich, dass durch liturgischen Betrieb und Nachbarschaftsschutz diese Zeiten recht begrenzt sind. Über Mainz weiß ich nichts - wie ist es in Passau? Zynisch könnte man sagen, dass dank Priestermangels immer mehr Übezeit frei wird. Allerdings können Andachten und Gebete ja auch ohne Kleriker stattfinden.


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