Orgelbaufirma

jrbecker @, Montag, 02. Januar 2012, 15:52 (vor 5370 Tagen) @ FranzS.


Grundsätzlich hast du Recht. Leider ist es aber gerade im Orgelbau so, dass man wirklich nicht weiß, ob die Firma noch existiert. Die Seite eines schon lange nicht mehr tätigen Orgelbauers aus meiner Gegend ist immer noch als Netzleiche vorhanden und es ist bestimmt nicht die Einzige dieser Art. Ein kleines Lebenszeichen sollte also dann und wann doch von sich gegeben werden, denn sonst weiß man wirklich nicht was Sache ist.

Ja, natürlich gebe ich dir da Recht, ein "Lebenszeichen" wäre schon sinnvoll. Aber ich finde es schwierig: Was willst du denn als solches deuten? Und selbst ein Datum nach dem Motto "letzte Aktualisierung am 01.01.2012" muss nicht unbedingt heißen, dass da jemand an der Seite gearbeitet hat, der auch zu der vorgestellten Orgelbaufirma gehört. Vielleicht hat nur der Admin eine Sicherung durchgeführt und sich dafür an- und abmelden müssen...

Noch eine Bemerkung zu den Pommern und den zarten Regalen. Ich finde es schade, dass bei einigen Orgelbauern die frühen Instrumente zwar (teilweise mit Bild)verzeichnet, die technischen Informationen bei der jüngsten Neugestaltung der Seite aber weggefallen sind. Klar kann man hier auch Kosten sparen, aber es sieht ganz danach aus, als würde man sich für Arbeiten aus den 70ern und 80ern schämen.

Auch da: Ein ganz lautes Ja von meiner Seite! Die von dir geschilderte Feststellung habe ich auch gemacht und es überfiel mich dasselbe Gefühl, das du schilderst: Mancher Orgelbauer würde gerne die Instrumente der (ich weite mal aus) 50er - 80er Jahre aus dem Bewusstsein streichen. Ich finde das bedauerlich, denn auch in diesen Jahren gab es durchaus große Meister ihres Faches und selbst diese geraten mehr und mehr in Vergessenheit, wenn die Instrumente dieser Epoche totgeschwiegen werden.

Ich habe kürzlich mit einem Orgelbauer gesprochen, der die Werkstatt seines Vaters übernommen hat. Natürlich - sagte er - hat man damals Fehler gemacht. Aber deshalb müsse man nicht die Instrumente von damals pauschal verdammen. Und ein anderer Orgelbauer hat mir bestätigt, dass die Materialqualität aus dieser Werkstatt dieses ersten Orgelbauers auch bei Orgeln aus den 60er und 70er Jahren hervoragend sei. Die Umsetzung als Gesamtkonzept ist halt nicht immer gelungen.

Man wird doch wohl zu seinen füheren Werken stehen und bekennen dürfen "ja, auch wir haben mal einen Rohrpommer gebaut!", oder nicht?

Und wiederum: Ja, ein jeder sollte zu seinen Taten stehen dürfen. Und trotzdem: Einige werden diesen Satz aber auch ergänzen: "... weil wir mussten!! Der Sachverständige hat es haben wollen. Hätten wir das gedurft, was wir gewollt hätten..."


Grüße Franz (der einem Kleinpommer 2 im Pedal durchaus schätzt, auch wenn er eigentlich überflüssig ist)

Ebenso grüßt Jörg,
dessen "nur" 20-registrige Orgel im Rückpositiv eine Feldpfeife 2' hat, die ab c' überbläst und im Pedal einen Glockenton 2fach 2'+1', dessen 2' als überblasendes Gedackt und der 1' als Rohrflöte gebaut ist. Zusammen mit der Hohlflöte 4' des Pedals ist der Glockenton überigens schön zur Melodieführung geeignet...

Kleine Anekdote am Rande: Als wir vor 3 Jahren die Orgel reinigen ließen, waren zwei junge Orgelbauer zu Gange, und als sie begannen, die Pedalpfeifen abzubauen, sagte einer der beiden bas erstaunt: "Ich habe noch nie in der Praxis ein überblasendes Gedackt gesehen..."


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