Sorry, war: Maxorgel; ist OT: Hindemith u.a.

Clemens Schäfer @, Düsseldorf, Dienstag, 13. Dezember 2011, 12:46 (vor 5385 Tagen) @ Reinhard Kluth

Hallo,

ich bin amüsiert. Werde wohl beim nächsten Mal vorher eine Entschuldigung einreichen. *grins*

Hier ist diese nachgeliefert:

Am Sonntagabend (also zur Zeit von Belmanns Konzert) war das Orpheus Chamber Orchestra in der Tonhalle. Die begannen mit Hindemith, Kammermusik Nr. 1. Solistisch besetzt gibt es hier Vl I, Vl II, Vla, Vc. Kb, Fl (Pic), Ob, Fg, Klavier, Akkordeon und kleines Schlagwerk mit Xylophon, Becken, Triangel, Sirene etc. Ein überaus musikantisches, lebensfrohes Stück. Mit Schwung, Delikatesse und Klangsinn. Herrliche Musik vom “Bürgerschreck”. Der langsame Mittelsatz heißt Quartett und ist mit Flöte, Oboe, Fagott und Triangel besetzt. Die Sirene kommt am Schluß und läuft noch über den Schlußton weiter aus - in den Beifall hinein. Erstklassig gemacht.

An zweiter Stelle kam das Oboenkonzert von Richard Strauss (1945). Für Strauss’sche Verhältnisse ein kleines Orchester., klassisch besetzt. Solist war Albrecht Mayer. Unverkennbar die süffige Harmonik und Linienführung auch bei diesen reduzierten Mitteln. Zurückgenommen - ja. aber doch unverkennbar Strauss. Sehr schön gespielt - auch im Zusammenspiel, perfekte dynamische Rückungen, beste Orchesterbläser. Mayer spielte dann noch zwei Zugaben, ein Mozart Adagio und ein Stück, dem die Basslinie der Bach’schen Air zugrunde lag.

Nach der Pause folgte von Andrew Norman “Projekt 440”. Zuerst setzten die Bläser gemeinsam ein. Bei weiteren Einsätzen zerfledderte der jeweilige Einsatz immer mehr; es mußte bewußt gepatzt werden. Danach setzte eine geradezu manische Steigerung des gesamten Orchesters ein, die beängstigende Züge annahm. Kurzes Innehalten, neuer Anlauf. Irgendwann aber muß nun einmal Schluß sein. Und der war eher unspektakulär. Ein gewaltiger Klagegesang? Technisch übrigens eine Glanzleistung.

Am Ende Haydn, Symphonie Nr. 103 Es-Dur mit dem Paukenwirbel. Dieser Haydn wirkte frisch und unverbraucht, robust und doch kammermusikalisch. Alles durchhörbar und bestens akzentuiert. Herrlich die Klarinetten im Trio des Menuetts (Große Besetzung für Haydn: Neben den Streichern jeweils zweifach Fl, Ob, Kl, Fg, Cor, Tr. Dazu Pauken).

Als Zugabe La scala di seta (Rossini), perfekt gemacht (Oboensolo!). Noch nie gesehen: Zur Zugabe gesellten sich nicht nur ein weiterer Geiger sondern auch der Akkordeonspieler und Albrecht Mayer zum Ensemble, setzten sich hinter die anderen und spielten die Tutti mit. Das ist Teamgeist! Große Begeisterung in der nicht ganz vollen Tonhalle.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. Am Mittwoch bei Schmeding will ich dabei sein.

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Forte heißt nicht laut sondern kräftig,
Piano nicht schwach sondern leise!
(Arthur Rubinstein)


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