Mutiger Prospekt

Orlos, Mittwoch, 07. Dezember 2011, 23:03 (vor 5393 Tagen) @ FranzS.

Das sind gute Beispiele. Dabei empfinde ich die Würzburger Domorgel gar nicht als modern, sondern als sehr integrativ (wenn man das so sagen kann). Die könnte man tatsächlich heute noch einmal genauso bauen. Die anderen beiden Beispiele sind eindeutig Kind ihrer Zeit und ich finde es wunderbar, dass es sie gibt. Aber ehrlich: Sind es nicht Fremdkörper im Raum? Wir haben hier monströse barocke Hochaltäre, die in einer eher romanischen Kirche genauso fremd wirken und damit auffällig sind, was ich nicht schlimm finde. Es gibt nur Menschen in den kirchlichen Bauämtern, in der Denkmalpflege und in den Gemeinden, die der Orgel diesen Stellenwert als auffälliges Kunstwerk nicht zubilligen wollen, was man vielleicht auch verstehen und akzeptieren kann. Aus dieser Sicht sind die beiden Beispiele Hannover und Augsburg wohl zu gewagt und würden heute keine Zustimmung mehr erhalten. Was ich wiederum sehr schade fände...
Ich war/bin hier in mehreren Orgelprojekten involviert, wo sich diese Frage immer stellt. Bisher waren die Lösungen immer brauchbar, aber nie von solcher künstlerischen Einmaligkeit wie in den hier genannten Beispielen. Andererseits werden sie gerade deshalb höchstwahrscheinlich eine lange Zeit stehen bleiben, weil sie eben keinen Anreiz für Aufregung und Ersetzungsgelüsten erzeugen.


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