Skinner / Wanamaker usw.

kjz1, Samstag, 03. Dezember 2011, 14:46 (vor 5398 Tagen) @ Erzaehler70

Der alte Skinner hats wirklich nicht leicht gehabt in seinen späten Jahren. Durch sein biblisches Alter musste er praktisch noch erleben, wie seine Meisterwerke bis zur Unkenntlichkeit umgebaut wurden, auch noch von der Firma die er gegründet hatte.

Ja, E. M. Skinner war ein langes Leben beschieden (man ist fast geneigt zu sagen: leider) und er hat auch seinen Nachfolger G. Donald Harrison um viele Jahre überlebt. Deshalb musste er miterleben, wie trotz heftigen Protesten seinerseits sein Nachfolger die von ihm geschaffenen großartigen symphonisch-romantischen Instrumente dem wandelnden Zeitgeschmack folgend 'aufnordete'. Skinner ist dann von Gram gebeugt als verbitterter alter Mann gestorben.

E. M. Skinner war auch sehr auf Qualität bei seinen Orgeln bedacht und achtete dabei nicht auf 'Heller und Pfennig', was seine Firma dann an den Rand des Ruins brachte. Hier sehe ich durchaus eine Parallele zu A. Cavaille-Coll. Dies und sein Festhalten am symphonisch-romantischen Klangideal trugen wohl massgeblich zum Rauswurf aus seiner (ehemals) eigenen Firma bei.

Als Beispiele für große Orgeln aus dieser Periode möchte ich noch nennen:

Girard College Chapel, Philadelphia (Skinner, 1931; die Orgel auf dem Dachboden)
http://aeolian-skinner.110mb.com/Specs/Op00872.html

Longwood Gardens (Aeolian, 1930; die Orgel am Ballsaal)
http://www.longwoodgardens.org/OrganHistory_1_3_2_1_5.html

Curtis Organ, Irvine Auditorium (Austin, 1929; die Orgel über der Bühne)
http://www.upenn.edu/almanac/v49/n07/organ.html
Quasi das Gegenstück in Philadelphia zur Newberry Memorial Organ in Yale.

Viele Grüße,

- Karl-Josef


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