Orgel in Triftern

FranzS. @, Samstag, 12. November 2011, 20:21 (vor 5412 Tagen) @ FranzS.
bearbeitet von FranzS., Freitag, 20. April 2012, 12:01

Hallo zusammen,

zu meiner Freude konnte ich diesen Artikel lesen. Der vom Orgelsachverständigen vorgeschlagene Neubau (der wohl nicht so ganz unangebracht wäre, wenn man den gesunden Menschenverstand urteilen lässt) ist vorerst vom Tisch. Das verrückte Machwerk von Walter Striedl wird wohl noch einige Jahre seinen Dienst tun. Ich bin gespannt, welche Arbeiten ausgeführt werden. Tja, der Don Quixote wurde wohl diesmal von Baccalaureus noch nicht besiegt. Ein Hoch auf die Narretei, in der doch so viel Wahres und Gutes steckt! Noch einmal sei darauf hingewiesen; der Walter Striedl hatte die Kirche voll und stellte innerhalb von ein paar Wochen in einem niederbayerischen Provinznest einen riesigen Chor auf die Beine, der sogar Schallplattenaufnahmen veröffentlicht hat. Jedenfalls hat der Mann seine Hausaufgaben gemacht. Ich bin der Meinung, sein Erbe sollte erhalten bleiben, egal wie man es aus künstlerischer Sicht bewerten mag.

Grüße aus Niederbayern

Franz

Hallo,

ich komme gerade von einer eher unkonventionellen Orgel. Schöpfer dieses Instruments ist der von mir schon öfter erwähnte Pfarrer Striedl (der übrigens auch eine kleine Werbeschrift über das Sakrament der Buße geschrieben hat, mit dem Titel "d'Beicht machts' leicht!"). Triftern ist ein kleiner Markt im tiefsten Niederbayern (die nächste Großstadt ist wahrscheinlich Linz) und dort steht natürlich neben dem Wirtshaus die nicht all zu große Kirche. Leider hatte ich keine Kamera dabei aber hier gibt es einige Bilder, auch von der Orgel. Der Pfarrer Striedl hat sich folgende Disposition einfallen lassen:

I. HW:
Quintatön 16
Deutsch-Principal 8
Spitzflöte 8
Viola da Gamba 8
Oktave 4
Rohrschelle 4 (Mischung aus Quintade und Pommer)
Gemspfeife 2
Schwiegel 1
Mixtur 1 1/3 5-6 fach
Kupferchamade 16
Trompete 8

II. SW:
Singend Gedackt 8
Salicional 8
Italenisch- Principal 4
Nachthorn 4
Blockflöte 2
Nasard-quinte 2 2/3
Terzflöte 1 3/5
Scharff 1 4-5 fach
Zwergzimbel 1/3 3 fach
Französische Oboe 8
Gongglocken
Tremulant

III. Kronwerk:

Gedecktpommer 8
Fugara 4
Aelsharfe 4
Kleinprincipal 2
Farbentöne 8/3+ 8/7+ 8/9
Akkordzimbel 2/5 3-4 fach
Spitzentöne 1/6+ 1/8
Vox humana 8

Ped.

Diapason 16
Subbass 16
Quintbass 10 2/3
Prästant 8
Zartbass 8
Choralbass 4
Rauschpfeife 5 1/3
Kontrafagott 32 (sprechen leider nicht mehr viele an)
Bassposaune 16
Tenorposaune 8
Clarine 4

Chororgel (spielbar vom III. Manual)

Bordun 8
Gemshorn 8
Holzflöte 4
Dolcan 2
Sesquialtär 1 1/3+ 4/5
Acuta 1 4 fach
Cymbel-Piffaro 1/4+ 1/8
Krumhorn Regal 8
Spanische Fanfare 4

Ped.

Untersatz 16
Echobass 16
Cantus Firmus 4+ 1 1/3
Bombarde 8
Zinke 2

Koppeln
III zu I, III zu I super, III zu I sub, III zu II
II zu I, II zu I super, II zu I sub
I super, Pedal super
Normale Pedalkoppeln
Walze, 2 freie Kombinatonen, sämtliche gängie Spielhilfen.
Die Orgel wurde seit 20 Jahren nicht gewartet. Lediglich zwei Orgelbauer waren für zwei Stunden vor Kurzem da, um ein paar Kleinigkeiten zu richten. Die Pedalzungen gehen nur bedingt, weil bei der Kirchenrenovierung ein schweres Holzbrett in das Pedalwerk gefallen ist. Das Generaltutti ist brachial und wirklich sehr nah an der Schmerzgrenze. Ansonsten ein unverwüstliches Teil und man stellt sich wieder die Frage: Planieren oder sanieren?

Grüße Franz


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