Liebfrauenkirche Neuenburg am Rhein - war: Orgel in Triftern

SKB, Freitag, 02. September 2011, 08:27 (vor 5484 Tagen) @ Subkoppel II - I

... aus dem Kopf, mit möglicherweise falschen "Detailbezeichnungen" ("Block"-Flöte etc):

1. Manual (C-g'''):

Gedecktpommer (?) 16'
Prinzipal 8'
Flöte 8'
Gemshorn 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Superoktave 2'
Mixtur 4f 1 1/3'
Trompete 8'


2. Manual (C-g''') - Schwelltritt ohne Funktion -

Rohrgedeckt 8'
Salicional 8'
Prinzipal 4'
Blockflöte 4'
Waldflöte 2'
Superoktave 1'
Terzzimbel 3f (?)
Rohrschalmey 8'


Pedal (C-f')

Prinzipalbass 16'
Subbass 16'
Zartbass 16'
Oktavbass 8'
Gedecktbass 8'
Oktavbass 4'
Posaune 16'

Normalkoppeln

Registernamen wie gesagt ohne Gewähr.


Und hier noch der Versuch einer Charakteristik der einzelnen Stimmen:


1. Manual (C-g'''):

Gedecktpommer (?) 16' - mit wenig Ansprachegeräusch, weich grundierend und im Plenum mitwachsend
Prinzipal 8' - relativ flötig, dennoch mit starkem "Kernklang"
Flöte 8' - sehr weit, im Raum aber stark tragend
Gemshorn 8' - streichend, den Übergang zu den leisen 8'- und 4'-Stimmen im 2. Manual bildend
Oktave 4' - sehr "klare", brillante Farbe; bringt auf den 8' sehr viel Oberton (auch wenn die Integration beider Register nicht sehr geglückt erscheinen mag)
Rohrflöte 4' - in der Ansprache etwas gepresst, aber für ein Flautino eine wunderschöne Farbe; Prinzipal lässt sich damit gut aufhellen und "einweichen"
Superoktave 2' - für die Flötigkeit des 8' erstaunlich scharf; wenngleich dadurch 8'4'2' etwas zu auseinanderfallend klingt, bringt die Schärfe im Mixturplenum fast einen Zimbel-Effekt ein
Mixtur 4f 1 1/3' - sehr dunkel, herrlich auf 8'4' passend. Gemeindebegleitung einer größeren Gemeinde geht da hervorragend. In einem großen Plenum (ohne 2', aber mit Trompete) wirklich symphonischer Klang
Trompete 8' - sehr runder, in sich weicher Klang; kein quasi-symphonisches Knattern, sondern eine angenehme Größe


2. Manual (C-g'''): im Vergleich zum Hauptwerk sehr zurückhaltend

Rohrgedeckt 8' - sehr zurückhaltend, mit deutlichem, aber leisem "Spucken" - wächst im Klang erstaunlich mit
Salicional 8' - zart, mit sehr viel Oberton streichend, dafür aber mit wenig Ansprachegeräusch. "Zerbrechlicher" Klang
Prinzipal 4' - "minor" der Oktave im Hauptwerk; schlanker, aber auch etwas brillanter
Blockflöte 4' - sehr zurückhaltende Farbe; für den Salicional etwas zu kräftig, mit beiden 8' und Gemshorn 8' HW entsteht aber fast ein Unda maris-Effekt
Waldflöte 2' - deutliche Ansprache, "kugeliger" Klang
Superoktave 1' - sehr leise, aber dadurch sehr "glitzernd" - zu den Grundstimmen wie ein Glockenspiel
Terzzimbel 3f (?) - ebenfalls sehr zurückhaltend; Integration in die Grundstimmen des zweiten nicht stark ausgeprägt, dadurch aber auch Glockenspiel-Effekt; das Hauptwerksplenum sowohl in Richtung scharf als auch farbig einfärbend
Rohrschalmey 8' - sehr runder, böse gesagt knödelnder Klang, dadurch allerdings wunderbar als Gabler-Vox humana zu verwendender Effekt, verbindet sich allerdings mit dem Plenum des zweiten Manuals nicht wirklich zu einem großen Ganzen


Pedal (C-f')

Prinzipalbass 16' - mit klarer Ansprache, grundsätzlich mit Kern, aber in sich sehr weich. Wächst stark mit dem Klang mit
Subbass 16' - weiches, dennoch tragendes Register, ebenfalls mitwachsend
Zartbass 16' (Transmission HW) - "Subbass minor", für HW-Transmission erstaunlich tragend, fantastisch schemenhaft bei schnellen Pedalpassagen
Oktavbass 8' - sehr stark, mit klarer Ansprache, für meine Ohren fast etwas zu tenorbetonend; kräftiger als Prinzipal 8' HW. Dafür bringt er auf der Posaune 16' fast den "Peng" einer weichen Pedaltrompete
Gedecktbass 8' - sehr rundes, fülliges Register, ziemlich zurückhaltend, wunderbar zur Begleitung geeignet, allerdings (Traktur oder Ansprache?) etwas langsam
Oktavbass 4' - rund, streichend, nie aggressiv; für einen c.f. im Tenor fast etwas zurückhaltend, aber "elegant"
Posaune 16' - mit starkem Grundton, etwas "polternd", aber von unglaublicher "Rundheit" oder Weichheit. Eröffnet zu einem Mixturplenum hinzu noch ganz andere Dimensionen von Größe - im Raum entsteht der Eindruck fast einer Bombarde


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technisch wie gesagt eigentlich am Ende, aber klanglich kann man ohne große Mühe das Dach herunterholen - Gemeindeführungstauglich (in allen Bereichen, von kleiner Gemeinde mit 30 Sängern bis hin zur Osternacht mit voller Kirche), wie man es selten erlebt (weil sich der Klang nie aufdrängt, sondern stets "unter" der Gemeinde, tragend, bleibt), einerseits zwar geht nicht alle Literatur, die Klänge aber, die mit auch nur ein bisschen Einfühlungsvermögen möglich sind, entschädigen da vielmals dafür, da einfach glücklichmachend... Klänge, die ich an heute erbauten Orgeln so nie mehr gehört habe.
Ideen aus dem Forum?

Viele Grüße


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