Interpretation Rheinberger-Sonate
Na ja, das mit dem "Schwachverständigen" würde ich nochmal überdenken!
Vielleicht erst einmal eine "Rheinberger-Orgel" suchen und darauf spielen.
Und zwar mit folgender Checkliste:
- mechanische Kegellade: Die Registerkanzellenlade hilft dem Intonateur erheblich, weil es auch innerhalb der Windlade möglich ist, jedem Register den Wind zu geben, den es braucht. Kinderkrankheiten waren oft eher falsche Ansatzpunkte für die Windzufuhr. Für die Finger ist es manchmal Müh und Arbeit, weil die Wellen ja ständig bewegt werden müssen, aber andererseits spielt man nur mit Mühe schneller als der Raum es verträgt.
- Terassendynamik: Natürlich stimmt es, dass die drei Manualwerke einer mittel-/großstädtischen Orgel insgesamt auf eine abgestufte Dynamik hin konzipiert sind (also III. Manual mal nicht mit Hochdrucktuba durch Schweller mitten ins Ohr).
Doch ist innerhalb der Werke noch reichlich Leben, fast alle Orgeln haben pro Werk zwei dynamische Sammelbecken: ein eher offensives und ein defensives. Dies alles richtig dosiert ermöglicht auch hier eine große Bandbreite, vor allem, weil die Übergänge zwischen den Registrierungen fein ausintoniert sind (was dann später folgerichtig zum Registercrescendo führte, das die Stärken der deutsch-romantischen Orgel betont). Dazu kommen dann noch die festen Kombinationen als Spielhilfe, die besonders hilfreich sind, wenn man in sie hineinregistrieren kann.
- Agogik: Einfach mal einen guten, symphonisch überzeugenden Brahms hören. Auch der braucht nicht viel Theater; der ruhige Fluß der großen Zähleinheit nach innen hilft, auch schnelle Unterteilungen mit großem Gestus fließen zu lassen. Und dann mal aufnehmen und abhören. Dann zeigt sich, wie schnell eine groß registrierte Modulation noch hörbar ist. Vorbild eher Mendelssohn als Liszt! Und bei Echo-Stellen hilft auch schon mal ein kleines Innehalten vor dem Einsatz...
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- Interpretation Rheinberger-Sonate - Martin78, 04.11.2011, 09:09
- Interpretation Rheinberger-Sonate - elsenp, 04.11.2011, 09:31
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