Interpretation Rheinberger-Sonate

FranzS. @, Freitag, 04. November 2011, 09:33 (vor 5421 Tagen) @ Martin78


Wie spielt man Rheinberger „richtig“ (ich weiß, dass die Frage doof klingt)? Ruckdeschel und Innig spielen dieses Stück relativ „straight forward“, aber nicht emotionslos. Das gefällt mir wesentlich besser. Gibt es da verschiedene Interpretationsansätze?

Hallo,

doof klingt diese Frage überhaupt nicht!
Ich glaube, man sollte die Orgeln kennen, die Rheinberger entworfen hat. Ja, ja, auch der "Fugensepp" war ein richtiger "Schwachverständiger", der sich bis zuletzt gegen den Schwellkasten gewehrt hat. Eine richtige Rheinbergerorgel ist um die 30 Register groß, zweimanualig, mit einer kräftigen Posaune im Pedal und einer kräftigen Trompete im Hauptmanual. Rheinberger favorisierte die Firmen Seinmeyer und März. Die 8+4 Fuß registrierung im mf ist meiner Meinung nach nur bei diesen Instrumenten sinnvoll, weil die Principale sehr kräftig sind und die Oktave 4 schon zu einem Plenum verhilft. Bei einer neuern Orgel, darf dann schon ein 2 Fuß dazugezogen werden. "straight forward" ist ein Ansatz, der dieser Musik und diesen eher herben Orgeln am besten gerecht wird. Ich halte mich auch nur an Rheinbergers Anweisungen, weil diese am besten funktionieren. Auch kann es nicht schaden, sich die übrige Musik von ihm anzuhören. Hier gibt es massenweise umsonst, z.B. hier. Auch in seiner Kammermusik, scheint er seine pp, p, mf, f, und ff, als Terassendynamische Stufen vorzuschreiben.

Grüße
Franz


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