(Rohr-)Flöte und Gedackt

Martin78 @, Donnerstag, 12. Mai 2011, 13:37 (vor 5595 Tagen) @ Friedrich
bearbeitet von Martin78, Donnerstag, 12. Mai 2011, 13:49

Da ich mittlerweile an einer Orgel übe, wo es genau andersrum ist (HW Holzgedackt, BW Rohrflöte, da gibt es allerdings auch noch eine recht dezente Spitzgambe), frage ich mich, warum man die erste Variante so oft baut und welche Vorteile die zweite Variante evtl. hat ...


Das kommt auf Charakter und Aufgaben der übrigen Werke an. In manchem HW versteckt sich z. B. ein Brustwerk, das sonst keinen Platz hätte (z. B. hier); da sind dann die etwas kräftigeren weiten Achtfüße anderswo unterwegs. Was müssen die weiten Acht- und Vierfüßer des HW begleiten können? Müssen sie auch Soloregistrierungen grundieren? Verbreitet ist das Über-Kreuz-Disponieren der 8'- und 4'- Flöten: Auf der einen Lade stehen dann z. B. eine breite und dunkle Rohrflöte und eine bescheidene Spitzflöte, auf der anderen ein schmales Gedackt und eine schön runde Blockflöte. Welches der beiden Werke HW und welches Nebenwerk ist, ist dann eine andere Frage -- auch wenn die Regel ist, dass das kräftigere 8'-Register im HW steht, schon aus Platzgründen.

Ich stelle mal gerade die nicht sonderlich spektakuläre Disposition meiner derzeitigen Übeorgel ein, ein vollmechanisches, solides Werk aus 1991:

HW
Principal 8'
Holzgedackt 8'
Oktave 4'
Koppelflöte 4'
Nasard 2 2/3'
Schwiegel 2'
Terz 1 3/5'
Mixtur IV
Trompete 8'

BW
Rohrflöte 8'
Spitzgambe 8'
Principal 4'
Holzflöte 4'
Nachthorn 2'
Quinte 1 1/3'
Cymbel II
Rohrschalmey 8'
- Tremulant -

Pedal
Subbass 16'
Oktavbass 8'
Choralbass 4'
Fagott 16'

Die kräftigeren 8'-Begleitstimmen stehen also im Positiv, obwohl Holzgedackt und Koppelflöte nicht zu mager sind.

LG,
Martin


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