Orgelprojekt St. Kastor, Koblenz (Teil 2, Neubau)

kjz1, Sonntag, 12. Oktober 2014, 13:51 (vor 4390 Tagen) @ Heuler

Ich empfinde die Linien des Prospektes nicht wirklich als klar, sondern klobig und unproportional. Das halb versteckt Schwellwerk z.B..

Das letztere hat aber auch einen funktionalen Grund. Die Prospektpfeifen stehen relativ dicht, quasi wie eine Wand vor den Schwelljalousien. Würde man die Jalousien ganz verdecken, käme kaum mehr etwas an Klang raus.

Der Prospektentwurf selbst stammt von diesem Büro in Zusammenarbeit mit dem Orgelbauer. Aufgrund der äusseren Gegebenheiten bzw. Rahmenbedingungen war ein frei hängender Freipfeifenprospekt mit integriertem Spieltisch ohne historisierende Formen in hellem Holz gefordert. Und dies erfüllt der ausgeführte Entwurf zunächst einmal. Photos gben die örtliche Situation immer nur unvollständig wieder. Man muss vor Ort einmal den ganzen Raum auf sich wirken lassen und dann auf die Orgel schauen. Und vielleicht überlegen, was denn bei der gegebenen Situation machbare Alternativen gewesen wären. Und da ist mein subjektiver Eindruck, dass diese Lösung durchaus zum übrigen Ambiente des Raumes passt. Bezieht man z. Bsp. die Weite des Raumes mit ein, so relativiert sich die 'Klobigkeit'. Und, soweit ich es bisher hören konnte, setzt die Orgel auch klanglich einen deutlichen Akzent. 'Zierlichkeit' würde dazu nicht passen. Insofern schon 'Form follows function'.


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