83 Register, aber kaum Achtfüßer

Karsten @, Sonntag, 05. Oktober 2014, 09:37 (vor 4417 Tagen) @ Florian-L
bearbeitet von Karsten, Sonntag, 05. Oktober 2014, 09:46

Deswegen sind Konzertsaalorgeln ja auch eigentlich musikalisch grundsätzlich anders angelegt als Kirchenorgeln, und deswegen kosten sie auch mal locker ein Vielfaches. Sie brauchen laute und leise Stimmen mit allen Zwischenstufen, am besten mehrere sehr effiziente Schwellkästen, viele Grundstimmen, mächtige Pedalmensuren, eine großzügige Windversorgung und sehr solide Machart; außerdem sollten sie widerstandsfähig und servicefreundlich sein – das spart Zeit beim Unterhalt – und möglichst besondere Schutzvorrichtungen haben, z. B. Türen. Doppeltraktur ist zumindest in Deutschland Standard.


Provokant gefragt: Von welchen Konzertsaalorgeln kann man all das schon behaupten?

Gruß, Florian

Naja, zumindest diese deckt einige der Punkte ab...

Aber in der Tat sind jahrzehntelang viele Verantwortliche in Deutschland beim Einbau von Konzertsaalorgeln von Orgelsololiteratur und Kirchenorgeln ausgegangen. Man vergleiche mal die Disposition und das Konzept der Klais-Orgeln in Ingolstadt (Münster) und Münchener Gasteig. Im Gasteig wurden die Horizontaltrompeten nachträglich eingebaut, um der Orgel noch mehr Kraft in diesem schwierigen Raum zu geben.
Die von Friedrich genannten Erfordernisse musste man hier erst langsam (wieder) lernen und erkennen. In GB und den USA, wo dieser Orgeltyp eine besondere Prominenz hatte, ergaben sich diese Punkte sozusagen von selbst, eben weil die Orgeln ein Sinfonieorchester ersetzen sollten.

Gruß
Karsten


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