83 Register, aber kaum Achtfüßer

Friedrich @, Samstag, 04. Oktober 2014, 10:54 (vor 4418 Tagen) @ Karsten

Gerade im Zusammenspiel mit einem großen romantischen Orchester muss eine Orgel vor allem eins sein: laut*, sonst wird sie von dem Orchester schlicht untergebuttert. Und das wird diese Orgel Dank des vorhandenen Plenums, der HD-Stimmen und Oktavkoppeln wohl eher nicht.

Stimmt.
Kirchenorganisten und ihre Zuhörer sind sich meistens nicht im Klaren darüber, dass Orgeln keine besonders lauten Musikinstrumente sind. Meistens wirkt ihr Klang nur im Raum laut, Klangbreite und Obertönigkeit tun das ihrige hinzu. Wie wenig Intensität eine Orgel eigentlich hat, merkt man erst, wenn ein Schlagzeuger daneben sitzt oder drei bis vier gute Blechbläser: Da ist die Orgel ganz schnell weg.

Deswegen sind Konzertsaalorgeln ja auch eigentlich musikalisch grundsätzlich anders angelegt als Kirchenorgeln, und deswegen kosten sie auch mal locker ein Vielfaches. Sie brauchen laute und leise Stimmen mit allen Zwischenstufen, am besten mehrere sehr effiziente Schwellkästen, viele Grundstimmen, mächtige Pedalmensuren, eine großzügige Windversorgung und sehr solide Machart; außerdem sollten sie widerstandsfähig und servicefreundlich sein – das spart Zeit beim Unterhalt – und möglichst besondere Schutzvorrichtungen haben, z. B. Türen. Doppeltraktur ist zumindest in Deutschland Standard.

Seid verschlungen, Millionen.

Viele Grüße
Friedrich


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