83 Register, aber kaum Achtfüßer

Friedrich @, Freitag, 03. Oktober 2014, 10:55 (vor 4419 Tagen) @ Orlos

In den letzten Jahren sind viele Konzertsaalorgeln gebaut worden, vor allem in Asien. Es sah so aus, als entwickle sich dafür eine Art Standard-Disposition. Umso erstaunter war ich, als ich die Beschreibung der neuen Klais-Orgel in China las. …

Es mag natürlich sein, dass der ungewöhnlich große Gewürzgarten von Kleinzeug deswegen so großzügig über die Beete dieser Orgel verteilt wurde, weil man in Shenyang nach hohen Pfeifenzahlen giert. Aber im Prinzip hat die Orgel doch alles, was sie braucht, selbst im Pedal, gesunde Mensuren vorausgesetzt. Unten verlangt ein Konzertsaal von der Orgel Volumen. Das kann sich der Organist mit den Achtfüßen und den Koppeln zurechtfärben. Ein Violonbass z. B. kann in trockener Akustik danebengehen. 16’-Klang in jedem Manual ist auch vorhanden.

In meinen Augen hat die Orgel übrigens auch einen gelungenen Prospekt – nicht viele Konzertsaalorgeln sind so einfallsreich und spannungsvoll gestaltet (die bescheuerten Architektenindeen zur Elbphilharmonie verheißen Doofes – so viel Zeit ung Geld fließt da in Kompensationsmaßnahmen …).

Lustig finde ich, wie das HW unter den mutmaßlichen Vorgaben zu einem Rückgriff auf Hans-Gerd-Klais-Zeiten wird – ganz klassisch bis hinauf zum 2’. Eine solche Disposition insgesamt dürfte den älteren Klais-Mitarbeitern aus der Zeit vor dreißig bis vierzig Jahren recht vertraut vorkommen, inklusive der Verteilung der wenigen Achtfüße auf die Schwellwerke. Einsame Flûtes harmoniques im großen Schwellwerk? Schau nach bei HGK.

Viele Grüße
Friedrich


gesamter Thread:

 

powered by my little forum