Gasttöne, Nervenversagen

Karsten @, Mittwoch, 03. September 2014, 16:04 (vor 4446 Tagen) @ MAT

Ich kenne ein sehr gutes Mittel gegen sog. "Gasttöne": Weg mit den menschlichen Individuen! Instrumente nur noch von Computern bespielen lassen. Möglicherweise ändert sich was am Ausdruck - aber jede Note stimmt!

Ich finde es schade, dass die Diskussion (wieder mal?) in solche Extreme steuert.
Nur weil "Gasttöne" und "Patzer" überhaupt thematisiert werden, heißt das doch noch lange nicht, dass diese ein absolutes "no go" etc. sein dürfen oder dass sich musikalische Perfektion gerade oder nur darin auszeichnet.

Live ist eben live. Und leider ist nicht auf allen Aufnahmen wo "live" draufsteht auch "live" drin (siehe zahlreiche Opernaufnahmen oder das explizit erwähnte Beispiel des Horowitz-Konzerts). Produzierte Tonaufnahmen sind eben ein Kunstprodukt (Mikroaufstellung, Schneiden, Abmischung und und und...) auf einer virtuellen "Klangbühne".
Dieser Perfektionismus war dann eine Stolperfalle für viele Künstler, die sich nämlich im Opern- oder Konzerthaus mit ihren eigenen (und anderen) Aufnahmen messen lassen mussten. Dies steigert den Leistungsdruck natürlich extrem.

Mir zumindest sind viele "unperfekte", aber dafür spannungsreichere und "musikalischere" (und natürlich nur offizielle) Aufnahmen viel lieber als so manche sterile Produktionen unter Studiobedingungen.

Gruß
Karsten


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