mechanischer Spieltisch, war: Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

Wolfgang Gourgé @, Mittwoch, 23. Juli 2014, 23:14 (vor 4487 Tagen) @ daggies
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Donnerstag, 24. Juli 2014, 00:25

Eine Frage zu den Spieltischen: Wird der mech. Spieltisch im Dom überhaupt benutzt? Es klingt ja fast so als wäre das etwas besonderes gewesen, als der Rost von dort aus gespielt hat.

Lohnt sich der Aufwand eigentlich, die ganze Orgel auch mechanisch auszuführen, wenn die dann nicht benutzt wird? Wie ist das bei anderen Großorgeln mit doppelter Traktur? Steigt z.B. in Freiburg oder in Köln noch einer an die Schwalbennestorgel? Oder ist dort oben alles verstaubt?

LG,
daggies
ps: hat irgendwer Bilder vom mech. Spieltisch im Dom in München? Würde mich mal interessieren. In Netz findet man nur Bilder vom elektr. Spieltisch...


...ja - ich....allerdings aus dem Jahr 2009. Damals konnte ich die Orgel ausgiebig probespielen, an einem Samstag nach der Abendmesse - der damalige ständige Vertreter von Hans Leitner, Bartholomäus Prankl, machte es möglich (ich schrieb darüber auch damals was im alten Forum).

Ich nehme nicht an, daß sich seither viel verändert hat. Die mechanische Traktur ist sehr angenehm zu spielen, trotz der enormen Größe (es werden wohl auch eine Reihe von Pfeifen - vor allem die "Windfresser" - elektrisch angesteuert sein), denn die Orgel ist doch recht kompakt gebaut.

Der mechanische Spieltisch wird wohl kaum genutzt. Indiz: praktisch keine Verschleißspuren an Walze und Schwelltritt - und 2009 war die Orgel auch schon 15 Jahre alt. Es gibt dort auch keinen Monitor oder Spiegel, man sieht schlicht nichts von dem, was sich in der Kirche abspielt, man hockt hinter dem riesigen Rückpositiv, und man hört z.B. das Pedal nur sehr ungenau. Am elektrischen Spieltisch ist alles ungleich leichter und transparenter abhörbar (aber die Andreasorgel kommt trotz ihrer respektablen Größe und Kraft auch am elektrischen Spieltisch nur als "Klangschleier" an, selbst im vollen Werk.....).

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Über die Konzeption kann man immer diskutieren; Georg Jann stand bei den Planungen sehr unter dem Eindruck der Stellwagen-Orgel in St. Marien in Stralsund, an deren Wiederaufbau er nach dem Krieg beteiligt war. Eine schöne, mächtige, nicht an kurzfristigen Moden orientierte Orgel ist das aber allemal.

Gruß,
Wolfgang


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