Münchener Dom, vergangener Mittwoch (16. Juli)

grs @, München / Seesen, Montag, 21. Juli 2014, 22:31 (vor 4485 Tagen) @ Flûte harmonique

Warum sollte aber die Orgel in St. Michael gegenüber den beiden Jann-Orgeln im Dom die erste Wahl für Buxtehude und Bach sein? Das Klangbild hat sich durch die Arbeiten von Rieger (und Michel Garnier als Intonateur) doch wesentlich in Richtung deutsche und französische Romantik/Symphonik gewandelt, und die Akustik von St. Michael ist eine nicht weniger große Herausforderung für die Organisten als die des Domes.

Ja. Trotzdem erstaunlich, wie strahlend barock die Michaelsorgel noch immer kann.
Der Vergleich fällt sehr leicht, da sowohl BuwVW155 als auch die Bach-Partita dieses Jahr schon in St. Michael zu hören waren. Das war schon sehr überzeugend und hatte mit Romantik nicht viel zu tun.
Ich habe das Gefühl, dass in St. Michael durch Wahl der Sitzposition (5 Bänke von hinten...) ziemlich viel zu gewinnen ist. Das Rückpositiv kommt da sogar sehr direkt und ist noch immer recht (positiv gemeint) spitz.

Dass die Domorgel sehr frisch barock kann, hatte im September vergangenen Jahres Martin Rost gezeigt, der ein Programm mit Werken von Weckmann, Scheidemann, Schmidtlein, Hintz, Tunder, Buxtehude, Mohrheim und Lübeck gespielt hatte. Übrigens am mechanischen Spieltisch der Hauptorgel

Ebenfalls ja. Ich musste damals lachen, da ich das erste Mal einen Organisten im Münchener Dom sah, der sich vom mech. Spieltisch aus neben dem Rückpostiv nach dem Konzert verneigte. Hut ab. Das Konzert hat mir damals auch sehr gut gefallen, ebenfalls auch die Orgel mit richtig norddeutschem Einschlag (Rückpositiv-Plenum mit Sesquialtera zu Beginn von Luebecks Prael. d.), auch wenn ich im Vergleich zu Aufnahmen aus Stralsund die gleichstufige Stimmung sagen wir ungewöhnlich fand - sonst geht es mir ja meist umgekehrt.

Überrascht war ich wenige Tage danach, als eine anerkannte lokale Orgelgröße über die neue (naja... 1994) schrille Domorgel herzog. Gibt es da doch ein Nord-Süd Gefälle in den Hörgewohnheiten?

Bitte verstehe mich nicht falsch, sowohl das Konzert am Mittwoch, die Farben der Domorgel (toll registriert!) als auch Friedrichs sachkundiger Bericht haben mir sehr gefallen. Der Nachhall macht trotzdem den Genuss von Buxtehude nicht leicht.

Viele Grüße
Gerd


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