Symposion Lübeck, St. Marien (II).....
Nach der Kaffeepause ging es weiter mit einem virtuellen Orgelkonzert: zu diesem Zweck wurden Aufnahmen auf der Stellwagen-Orgel in St. Jakobi (Johannes Unger, Arvid Gast, Franz Danksagmüller mit Tunder, Buxtehude und Improvisationen) über per Kran auf Höhe der untergegangenen Totentanzorgel aufgehängte Lautsprecher wiedergegeben.
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(links ist der rote Arm des Krans erkennbar, rechts - unscharf - Johannes Unger bei der Einführung)
(Lautsprecher am originalen Standort der Totentanzorgel - jetzt: astronomische Uhr; rechts die Führer-Orgel)
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Johannes Unger bat ausdrücklich darum, während des Abspielens der Aufnahmen in der Kirche herumzugehen und so die Klangabstrahlung von verschiedenen Punkten aus zu beurteilen.
Dieses "virtuelle Konzert" war ganz sicher ein Höhepunkt. Man konnte nicht nur die wirklich bezaubernde Schönheit der Stellwagenorgel in St. Jakobi erleben, sondern die überraschend gute Klangabstrahlung selbst "um die Ecke" - die Orgel war im Chor klar und deutlich zu hören.
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(die Orgel spielt, die Toten tanzen....)
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(Gewölbe in der Totentanzkapelle)
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Kaum war das Konzert zu Ende, erklang aus der Richtung des Buxtehude-Grabs ein seltsamer Klang: ich dachte zuerst an ein Handy-Signal, doch die Erklärung war ganz einfach: es war der Cembalo-Stimmer, der mittels Stimmgerät....
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...das Cembalo nachstimmte. Buxtehude wird ihm eine Etage tiefer wohlwollend zugehört haben.....
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- kurze Pause.....
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....bis zum ersten Vortrag um 14.30 mit Volker Scherliess zur "Musizierpraxis an St. Marien am Beispiel der Lübecker Abendmusiken" im Chorsaal der Holstentorhalle, der sich leider schnell als ziemlich ungeeignet für das Symposion erwies: stickig und deutlich wärmer als die Holstentorhalle selbst, zudem mit sehr ungünstigem Blickwinkel für die außen Sitzenden.....
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(Volker Scherliess in der Diskussion mit Mads Kjersgaard)
Scherliess' Vortrag war interessant, doch naturgemäß weniger "konfliktträchtig" als der sich anschließende des kirchlichen Denkmalpflegers Heiko Seidel...
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...zum Raumkonzept des Wiederaufbaus, an dessen Ausführungen sich die erste Diskussion entwickelte. Seidel stellte ausführlich die damaligen Diskussionen und langen Entscheidungsprozesse dar (der durch die Kirche favorisierte Architekt Denis Boniver wollte erst nicht) - am interessantesten fand ich jedoch die Entwürfe für den Orgelprospekt der Westorgel. Bei diesen wurde nämlich deutlich: es hätte durchaus....
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...schlimmer kommen können als mit dem tatsächlich realisierten Entwurf, dessen Alternativen in einer unter das Gewölbe gequetschten Barockorgel oder in übereinander gestaffelten Freipfeifenfeldern bestanden. In diesem Trio ist der dann gefundene und umgesetzte Weg sicher noch der beste gewesen; aus den Zeichnungen wird erkennbar, wie Boniver die enorme Höhe zu vermitteln und den Spitzbogen unter der Orgel einzubeziehen versuchte. Beides geht den anderen Orgelentwürfen ab.
Die Marienpastorin Annegret Wegner-Braun wies....
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...auf die sich aus der Beschaffenheit des riesigen Raumes ergebenden Besonderheiten hin, wobei ihre Feststellung, man könne in St. Marien nicht mal so eben mit der Gitarre ein neues Lied singen, auf launige Zustimmung stieß (etwa im Sinne von "sehr gut, prima Kirche!")....
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(zuhörende Orgelprominenz...)
Den letzten Vortrag vor dem Imbiß bestritt die staatliche Denkmalpflegerin Irmgard Hunecke....
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...; sie sprach sich insbesondere gegen eine Rekonstruktion des Prospekts der Hauptorgel aus, was sogleich Widerspruch von mehreren Seiten auslöste (u.a. von Ludger Lohmann) und Kristian Wegscheider später in der Diskussion zu der Bemerkung veranlaßte, über ein solches Denken sei man schon lange wieder hinweg.
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In diesem Punkt vermochte ich Hunecke ebenfalls nicht zu folgen. Ein richtiger Ansatz schien mir allerdings, daß die Frage der Orgeln nicht von der Raumnutzung zu trennen sei und deshalb ein schlüssiges Raumkonzept für die Neukonzeption nötig wäre (dieser Gedanke klang auch schon bei ihrem Kollegen Seidel von der kirchlichen Denkmalpflege an).
Pause.....
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...und Imbiß....
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vor der letzten Runde des Tages, die Hans Martin Petersen einleitete mit seinem Vortrag über den derzeitigen Zustand der Orgeln:
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Petersen sprach insbesondere die Entwicklung seit der Erstellung seines Gutachtens aus dem Jahr 2011 an: so ist die Führer-Orgel, die äußerlich völlig unversehrt wirkt, inzwischen derart intensiv mit Schimmel befallen, daß fraglich ist, ob der Schimmel überhaupt wieder herauszubekommen ist. Das stellt die weitere Existenz der Orgel ernsthaft in Frage; sie wird allerdings zumindest in der Bauphase einer neuen Hauptorgel als dann einzige Orgel der Kirche dringend gebraucht werden. Daraus ergibt sich das Dilemma, daß die Orgel in absehbarer Zeit und mit ungewisser Erfolgsaussicht erneut gereinigt werden müßte (die Reinigung und Entschimmelung 2003 hat keinen durchgreifenden Erfolg gehabt), obwohl für sie möglicherweise in der endgültigen Planung dann kein Platz mehr ist.
Zur Hauptorgel betonte Petersen, daß diese nicht weiter verwendet werden könne; neben der verfehlten akustischen und klanglichen Konzeption ergeben sich hier weitere Probleme durch die hohe Schadstoffbelastung (Formaldehyd).
Fraglich erscheint allerdings der bisherige Standpunkt des Orgelausschusses, nach dem die Hauptorgel unabhängig von den Entscheidungen über die Führer- und Totentanzorgel neu geplant werden könne. Wenn die Rekonstruktion des Lettners - mit was für einer Orgel? - möglich erscheint, beeinflußt das ebenso die Konzeption der Hauptorgel.
Im Anschluß an Petersen: geladene Organisten zu den musikalischen Aspekten der künftigen Orgelkonzeption.
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(Michael Radulescu)
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(Pieter van Dijk)
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(Ludger Lohmann)
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(Martin Sander)
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(Bernhard Haas)
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(Ulrich Böhme)
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(Arvid Gast)
Unumstritten ist nach meinem Eindruck bei allen der Wunsch gewesen, die Totentanzorgel zu rekonstruieren. Hinsichtlich der Hauptorgel reicht die Bandbreite dagegen von einer Rekonstruktion der Buxtehude-Orgel (freilich: über deren inneren Aufbau weiß man so gut wie nichts...) über eine solche der Schulze-Orgel (dafür plädierte insbesondere Martin Sander, wenn ich es richtig in Erinnerung habe) bis zu einem modernen Konzept (z.B. Lohmann).
Damit war der erste Tag zu Ende....
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- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
Wolfgang Gourgé,
15.05.2014, 21:56
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
Friedrich,
19.05.2014, 18:23
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
Christoph,
19.05.2014, 18:37
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... - Friedrich, 19.05.2014, 19:40
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
Orlos,
20.05.2014, 00:07
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
MAT,
20.05.2014, 08:15
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
Orlos,
20.05.2014, 13:50
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
kjz1,
20.05.2014, 14:22
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... -
Clarinette,
20.05.2014, 18:14
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... - MAT, 21.05.2014, 08:10
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Clarinette,
20.05.2014, 18:14
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kjz1,
20.05.2014, 14:22
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Orlos,
20.05.2014, 13:50
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... - ado, 20.05.2014, 12:24
- Symposion Lübeck, St. Marien (II)..... - Hausorgler, 20.05.2014, 19:44
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MAT,
20.05.2014, 08:15
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Christoph,
19.05.2014, 18:37
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Friedrich,
19.05.2014, 18:23