Schnabeltasten, fehlendes cis, "Dieterich", war: Italienische Orgel für Norddeutsches ...

Wolfgang Gourgé @, Dienstag, 25. Februar 2014, 20:51 (vor 4635 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von Wolfgang Gourgé, Dienstag, 25. Februar 2014, 21:03

mir fällt dazu gerade ein, herr händel aus halle scheint auch der ansicht gewesen zu sein, er heiße "friedErich".


Nein, auf Deutsch schrieb er sich "Friedrich".

http://www1.f1online.de/premid/004997000/4997015.jpg


Genau, Frideric (nicht Friederic, siehe Bild) ist nur die Annäherung an das englische Frederick.

Wie sieht das unser geschätztes Mitglied Friederich Sprondelius? ;-)

Buxtehude latinisierte sich Dietericus. Über ihn heißt es: Patriam agnoscit Daniam, also wird im Fall des Falles das Dänische die für ihn maßgebliche Schreibweise sein. Dort aber wurde und wird Diderik meines Wissens mit kurzem i geschrieben, weshalb die Dieterich-Fraktion auch aus der Latinisierung wieder einen Punkt ziehen könnte.

Wolfgang, man kann sich doch auch langsam an so was gewöhnen! So verschwindet ja zunehmend der Bindestrich zwischen Mendelssohn und Bartholdy...

(Vergangenen Sonnabend fuhr ich mal wieder an der Hamburger Kupferhütte/Norddeutsche Affininerie vorbei und fragte mich, wieviel die für ihren bescheuerten Namen "Aurubis" bezahlt haben....!)

.....und erst "Arcandor"....immerhin sind solche Kunstbegriffe ja so verschmelzungsfähig wie Schnitgersche Prinzipale: sollten "Aurubis" und der ex-"Quelle"-Versand "Arcandor" mal fusionieren (z.B. als Versandhaus für Kupferprodukte), könnte man daraus "Aurandor" oder "Arcarubis" machen, warum nicht.....

Nein, was mich daran stört, ist was anderes: das alles über Diet(e)rich, Diderik usw. wußte man auch vor Jahrzehnten schon (es ist doch nicht so, daß Dänemark und seine sprachlichen wie kulinarischen Eigenheiten erst vor fünf Jahren entdeckt worden wäre, wir waren da schon mal Anfang der 1980er Jahre), und niemand hat sich an "Dietrich" gestört. Und jetzt machen alle eilfertig bei "Dieterich" mit, obwohl es zur Änderung des Namens mangels Verwechslungsgefahr wirklich keinen zwingenden Grund gibt, auch nicht in Form irgendwelcher exhumierter Pergamente, die, mit der Urform von Präludium, Fuge und Ciacona in C bekritzelt, unter einem Fundament von St. Marien zum Vorschein gekommen wären......

Aber egal. Ich trage das mit Fassung. Und wenn ich mal im Schnabeltassen-Alter bin, werde ich mich vielleicht auch mit Schnabeltasten abfinden, weil ich sie dann eh nicht mehr spielen bzw. erkennen kann.

Gruß,
Wolfgang...
(wie heißt das eigentlich auf dänisch?)


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