Ausschreibung FB Herz Jesu (Musikhochschule)

jrbecker @, Sonntag, 23. März 2025, 01:20 (vor 535 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf
bearbeitet von jrbecker, Sonntag, 23. März 2025, 09:07

War es hier schon Thema? dann bitte ich um Verzeihung.

Hier war im Forum zuletzt am Rande eines anderen Themas von der Dold-Orgel in FB Herz Jesu die Rede. Bei meiner gelegentlichen Tour durch die EU-Ausschreibungen fand ich jene für ein Projekt mit zwei Orgeln in dieser Kirche - eine mitteldeutsch-barocke Chor-Orgel (II ca. 15-20) und eine deutsch-romantische (da ham wir's wieder) große Orgel (III, ca. 45-50) auf der Empore. Soll alles bis 30. Juni 2028 fertig sein und darf komplett nicht mehr als 2,1 Mio EUR kosten (Finde ich etwas knapp kalkuliert). Ausschreiber ist die Hochschule für Musik. Durch die eng gefassten Zulassungskriterien wird die Bewerberanzahl nicht übermäßig groß sein.

Wer schmökern will:
Das EU-Gedöns
und die spannenderen Sachen (genauere Beschreibung, siehe B_Anl 4_Leistungsverzeichnis) auf dem Deutschen Vergabeportal.

Danke für den Hinweis, habe es noch schnell heruntergeladen...

Bei der Bewertungsmatrix hat sich jemand viele Gedanken gemacht. Das kann ich ja inzwischen aus eigener Erfahrung besonders wertschätzen. Ob man allerdings Punktzahlen mit erläuternden Textblöcken wie "Eine Qualität, die gerade noch durchschnittlichen Anforderungen entspricht und an kleinen Mängeln leidet." oder "Ein an erheblichen Mängeln leidendes, im Ganzen nicht mehr brauchbare musikalisches Konzept, technische Umsetzung sowie künstlerische Gestaltung." dann wirklich auch aufruft... (es waren die Texte für Note 1 und 2 bei möglicher 0-5, 5 die beste) bei der Bewertung als Referenz eingereichter Instrumente, sei es eine Chor- oder Haupt-Orgel.) - aber die Bewerber werden schon von jener Art sein, dass sich die Benotung im oberen Feld abspielt.

Das ist eine Vorgabe des Vergaberechts: Es soll den Anbietern helfen zu erkennen, worauf sie in den vorgelegten Konzepten besonders Wert legen müssen und auch, die Bewertung nachzuvollziehen. Denn wenn man z. B. nicht zur Teilnahme eingeladen wird, dann muss mitgeteilt werden, warum man ausgeschlossen wurde, dann kann der Auftraggeber genau auf diese Formulierungen zurückgreifen: "Ihr Konzept wurde nicht berücksichtig, weil es an erheblichen Mängeln leidet..." Und richtig, aufrufen zur Angebotsabgabe wird man einen solchen Bieter dann wohl eher nicht...

Ich bin gerade ein wenig unsicher, dass hier die vorgelegten Referenzen nach Schulnoten bewertet werden sollen ... das mag für Außenstehende zwar logisch klingen, allerdings gibt es im Vergaberecht eigentlich ein Verbot, Referenzen in dieser Art zu bewerten: Sie dienen der Feststellung der Eignung eines Bieters und haben in der Regel als Ergebnis, dass der Anbieter geeignet ist oder nicht. (Ein ehemaliger Kollege pflegte zu sagen: Mit der Eignung des Bieters ist es wie mit einer Schwangerschaft: Entweder man ist es, oder man ist es nicht. Ein bisschen schwanger geht nicht, also geht auch ein bisschen geeignet nicht...) Nur wenn es beispielsweise um das an einem Projekt beteiligte Personal geht (insbesondere bei Planern oder Beratungshäusern), ist hier nach meinem Verständnis eine Ausnahme zulässig, weil der Auftraggeber hier sicherstellen muss, dass er auch das am besten geeignete Personal einsetzt ... das ist aber hier nicht der Fall ...


Bis 14. April darf man sich bewerben (danach gehen die Unterlagen vermutlich gleich wieder aus dem Netz, also bei Interesse jetzt noch lesen, herunterladen).

Ja, das ist so, mit dem Ablauf des Teilnahmetermins sind die Unterlagen aus dem Netz nicht mehr erreichbar. Es gibt dann erst wieder nach der Auftragsvergabe eine Bekanntmachung, wer das Verfahren gewonnen hat, die dann für mindestens 3 Monate im Netz steht. (Dabei ist der Zuschlagstermin hier gar nicht genannt, liegt irgendwann nach dem 30.05.2025, i. d. R. werden das dann drei bis vier Wochen nach diesem Termin sein, dass diese Meldung kommen müsste.)


Dass die erfolgreichen Bewerber am 25. April 2025 zur Angebotsabgabe eingeladen werden, dann aber schon 19.-23. Mai ihre Angebote vorstellen und nach Überarbeitung voraussichtlich zum 30. 5. ein finales Angebot vorlegen sollen - das ist m. E. erstaunlich eng. Große Betriebe können sich das eventuell aus den Rippen schneiden bzw. haben schon damit angefangen, allerdings ging die Ausschreibung erst am 12. März online. Eine knappe Fristwahl hat andernorts schon zu unschönen Gerüchten geführt, allerdings ging es da um den Liefertermin, der wiederum ja nun nicht soo eng liegt. Vielleicht lässt man Manches im Detail zunächst noch ungeklärt und entwickelt die Sachen im Verlauf zu Ende. Bitter ist für die OB allerdings, dass der Preis nach Auftragsvergabe feststeht. Und wie fest der bei einem öffentlichen Ausschreiber steht, musste Kristian Wegscheider in Stralsund Jakobi ja schmerzhaft erfahren.

Genug Gemecker - möge was Schönes und Strahlkräftiges rauskommen! Und dann stellt sich natürlich die Frage, wohin die Dold-Orgel geht.

Ja, das ist sicher noch eine interessante Frage!


Edit: Rechtschreibung und Satz ergänzt


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