OT: Ende der Verbeamtung von Geistlichen

Poupoulcorouse @, Elberfeld, Mittwoch, 05. Februar 2025, 15:05 (vor 582 Tagen) @ Karl-Bernhardin Kropf

Danke.

Und aus reformierter Perspektive würde ich noch ergänzen, daß es auch nicht zwingend um ein durch die Liturgie vermitteltes Mysterium gehen muss, daß aber der Sinn dafür, selbst Teil des gottesdienstlichen Geschehens zu sein, irgendwie erlernt werden muss. Es wird überall von "Partizipation" geschwätzt, aber die Musik im Gottesdienst wird immer mehr zum Konsumgut und die Gemeindeglieder merken gar nicht, was ihnen damit tatsächlich weggenommen wird.

Und ja, leider hinterfragen viele Jüngere da gar nichts mehr. Natürlich tun das noch einige und das sind auch diejenigen, mit denen ich am meisten zu tun habe. Aber daß wir keine Mehrheit sind, das ist mir auch klar. Viele bleiben (Stichwort Infantilismus) in einem, naja, "Konfirmanden-Mindset" hängen und halten das über das Studium durch.
Ich war am Sonntag beim Eröffnungsgottesdienst der Landessynode in Bonn, mit einer größeren Gruppe, die für den Erhalt der KiHo Wuppertal protestiert haben. Und ich hab' mich für eine Handvoll Kommilitonen in Grund und Boden geschämt, die den ganzen Gottesdienst hindurch getuschelt haben in einer Art und Weise, daß es dauernd hörbar war, auch während Musik. Und das waren aktive, engagierte Studierende, die Gremienerfahrung haben und Ämter bekleiden.
Man kann also leider was das "sich selbst und andere ernst nehmen" betrifft auf zwei Seiten vom Pferd fallen.

Das ist aber nichts, was ein Alleinstellungsmerkmal der Theologie wäre. Überall in der Gesellschaft werden große Kinder herangezüchtet. Nur uns fliegt das nochmal in besonderer Weise um die Ohren. Und die Folgen prägen leider auch unsere Theologie.


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