Umfrage zu aktuellen Orgelbaufirmen

Roger Sohler, Montag, 23. Januar 2012, 21:56 (vor 5346 Tagen) @ JFK

Was mich bei Orgelbauern immer interessiert ist was sie von sich aus bringen. Wäre es vergleichbar würde ich jedem empfehlen, der Orgelbauer solle bitte seine eigenen Gedanken zu Konzept, Disposition und klanglicher Gestaltung mitnehmen - leider macht das Projekte sehr schwer vergleichbar.
Generell glaube ich dass es schwer ist wirklich "den" Orgelbauer zu finden. Jeder hat einmal einen ganz großen Wurf und jede Firma mal was ganz schlechtes (subjektiv natürlich). Wenn mir eine Firma sehr gut gefällt und dann eine Orgel unterkommt die genau in die andere Richtung geht frage ich meistens nach. Warum wurde diese Orgel so? Meistens heißt es dann weil der OSV das so wollte, oder die Pfarre sich das eingebildet hat. Wenn ich wie erst kürzlich von einem Orgelbauer (zu Recht - denn er wollte meine Sicht als Organist wissen) gefragt werde, wie ich eine Orgel auf II/14/P mit einem Schwellwerk ausstatten würde bleibt mir leider nur eine Antwort: I/14/P angehängt oder aber ich rede nicht von einem Schwellwerk.
Regional schaut es in Österreich natürlich anders aus wie in D - was hier ja meistens gebracht wird. In Vorarlberg gibt es tolle Behmann Orgeln, natürlich massig Rieger und auch Pflüger kommt öfters vor. Die beiden kleinen Enzenhofer und die Gebrüder Mayr bauen auch sehr schöne Instrumente, nur in kleinerer Dimension. In Tirol zeigt sich ein Monopol durch die Firma Pirchner, welche lt. manchen Angaben rund 60% aller Orgeln des Bundeslandes gebaut haben soll. Dennoch sehr viel interessantes und oft auch in Richtung Aigner gehen (Orgelbauer 19. Jht.). In Salzburg gibt es derzeit nur Roland Hitsch, eine super Firma aber auch eher auf kleinere Orgeln ausgelegt (wenngleich man meinen könnte gerade Salzburg sollte in diese Richtung mehr bieten). In OÖ haben wir nennenswert die Firma Kögler, sehr historisierend in der Technik, aber solide. Windtner im Bereich der pneumatischen Orgeln und vor allem Restaurierungen. So könnte man hier weiter aufzählen. Letztlich gibt es viel schönes, manches wirklich misslungenes...
Eine der schönsten Orgeln die ich jemals gespielt habe war die Hey Orgel in Oberthulba Oberfranken. Das war Inspiration pur - allerdings hätte man die Pedaltrompete als Chamade deklarieren sollen, denn anders als im Raum nimmt das am Spieltisch nicht war.
Insgesamt finde ich es schade, dass den Orgelbauern zu viele Vorschriften gemacht werden und nur selten wirklich was gutes dabei raus kommt.
Wers nun auch noch wissen will, "meine" eigene Orgel ist aus dem Hause Riedl (gibts nimmer - OBM in Pension) BJ 1994:
I. HW C - g'''
Principal 8'
Viola 8'
Rohrgedackt 8'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Superoctave 2'
Mixtur IV 1 1/3'

II. RP C - g'''
Gedackt 8'
Rohrflöte 4'
Nazard 2 2/3'
Principal 2'
Tierce 1 3/5'
Quinte 1 1/3'
Octave 1'
-Tremulant

Pedal C - f'
Subbaß 16'
Octavbaß 8'
Fagott 16'

Koppeln:
II/I, I/P, II/P

Jetzt könnte man die Dispo auseinander nehmen und ankreiden was an der Orgel alles fehlt.
Mir geht ab Octave 4' im Pedal, Trompete 8' und Bourdon 16' im HW und eine schön Zunge im RP - am Papie, denn kaum an der Orgel ist sie einfach gut wie sie ist.

Lg
Roger


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