Notre Dame de Paris

stein @, Dienstag, 10. Januar 2012, 13:03 (vor 5356 Tagen) @ Karsten

Kleiner Einspruch: Die "Kompromisse", insbesondere was die (gewollte) Übernahme historischen Pfeifenmaterials (auch was Mixturenzusammenstellungen angeht) musste oder wollte Cavaillé-Coll auch bzw. vor allem in St. Sulpice eingehen. Dort musste er beispielsweise alte Windladen wiederverwenden (daher die relativ "kleine" Pedalregisterzahl und der ungewöhnliche Standort von Registern auf Grundstimmenladen, die eigentlich auf die Zungenlade gehören). Folglich kann man abgesehen von der Temperierung und der Intonation französisch-klassisches Repertoire mit originalen Pfeifen und Mixturen spielen, was in Notre-Dame nicht ging. Daher hat ja Cochereau hin zu einer "Universalorgel" die Orgel um neobarocke Mixturen, das klassische Recit und das 32-Mixturen-Plenum auch hin zu einer französischen Barockorgel erweitert.

Ich glaube in ND gab es ausschliesslich Progressionsmixturen.
Cavaille-Coll hat ab etwa 1875 dieses Prinzip völlig verlassen und wieder klassische Repetitionsmixturen gebaut. Diese waren für die Polyphonie einfach besser geeignet.
Eine Progression hört sich in der ges. Mittellage wie ein Kornett ohne Terz an.
Kein Fleisch kein Fisch.
gruss stein


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