Mein peinlichstes Keyboard Erlebnis

elsenp, Samstag, 05. November 2011, 10:11 (vor 5423 Tagen) @ orgelsolo

In meiner Pfarre wurde ich auch immer wieder gebeten in
Altenheimen, Kapellen und Kirche wo es keine Orgel gibt
Gottesdienste zu gestalten. Und es gibt nichts demütigerndes als
vor den Leuten mit einem meist seher bescheidenen Keybord zu sitzen
und es ist außer peinlich nur peinlich.

Kleine Anekdote dazu:
Ab und an vertrete ich einen Kollegen in den Ferien. Dort gibt es eine sogenannte "Werktagskapelle" für die weniger gut besuchten Wochentagsgottesdienste. Diese Kapelle hatte eine Hohner-Elektronenorgel mit Stummelpedal und zwei "kurzen" Manualen, die Oktavversetzt waren (F-c² und f° bis c³). In beiden Manualen funktionierten mehrere Töne (C und F) nicht mehr, der Schwelltritt gab infernalische Geräusche von sich und während des Betriebs gab das Gerät plötzlich Pfeiftöne und andere Zwitschergeräusche von sich. Alles in allem: Schrott. Ich habe dann der Gemeinde vorgeschlagen, doch eine kleine Truhenorgel anzuschaffen. Aus der Schließung einer Kirche konnte ich ihnen sogar ein gutes gebrauchtes Instrument für 5.000 EUR empfehlen. Antwort des Kirchenvorstandes: Wissen Sie, unseren hauptamtlichen Organisten stört das nicht weiter. Und die Gemeinde ist es gewohnt, dass die Orgel nicht richtig funktioniert.
Ein Jahr später vertrete ich erneut in der Gemeinde und der Küster (der auch im KV tätig ist) berichtet mir freudenstrahlend: "Ach, gut dass sie kommen! Wissen Sie schon, dass wir jetzt doch ein neues Instrument für die Kapelle angeschafft haben?" Ich war echt erfreut und denke: Na, hat man sich aber für eine kleine Truhenorgel entschieden! Als ich in die Kapelle komme, was steht da: Eine Hohner Elektronenorgel in genau der gleichen Ausführung (und fast den gleichen Macken) wie vorher. Kommentar des Küsters: "Toll, nicht wahr: Wir konnten über eBay genau das gleiche Modell nochmal bekommen."

Herzliche Grüße


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