Stockmeier spielt Bach

Fabian Brackhane ⌂ @, Worms, Dienstag, 20. September 2011, 20:12 (vor 5466 Tagen) @ FranzS.

Wie gesagt, die Geschmäcker sind verschieden. Ich möchte die Stockmeier-Einspielung auch nicht generell abqualifizieren, nur ist sie für mich nicht das, was ich mir bei Bach vorstelle.

(allein die Wahl der Instrumente!!!)?


warum nicht, nur weil die Orgeln aus den 1970ern und nicht aus den 1770ern sind? Ich finde diese Instrumente sehr passend und sie entsprechen meinem Klangideal (frisch, kristallklar mit einem Hauch "Agression").

Nein, nicht weil die Instrumente nicht aus dem 1770ern sind. Bach kann - natürlich - auch auf mehr oder weniger modernen Instrumenten fantastisch klingen. Das, was Du als "kristallklar" bezeichnest, ist denke ich genau das, was mir an genau diesen Orgeln missfällt: die kühle, starre Perfektion des Klanges ohne deutliche Charakteristik der Einzelstimmen. Nichts bewegtes, lebendiges darin.

Mit der Orgel in Weingarten kann ich gar nichts anfangen. Ich finde dass die Weingartener Orgel ganz schlimm klingt, jedenfalls im Plenum (kenne sie aber nur von Aufnahmen).

Sie klingt - für meine Ohren - toll, allerdings auf Aufnahmen deutlich besser als im wahren Leben. Auf Aufnahmen kann man halt einige klangliche Schwächen kaschieren. Und natürlich ist Weingarten definitiv kein Referenzinstrument für Bach-Einspielungen, aber gerade dieses Stück von diesem Interpreten an dieser Orgel war für mich schlicht eine Erleuchtung. Ich bilde mir ein, jetzt verstanden zu haben, wo der eigentliche Witz an BWV 543 ist. Bei Stockmeier gab es diesen Aha-Effekt eben für mich nicht.

Möglicherweise bin ich eben einfach ein biederer Mensch (ich übe ja auch Bornefeld ;~) ).

Weder gegen das eine noch das andere ist irgend etwas zu sagen! :-)

Grüße
Fabian

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