Windwirbel

Friedrich @, Donnerstag, 27. Juni 2013, 12:25 (vor 4809 Tagen) @ Hausorgler

Zu solchen Fragen gibt es viele Antworten, einige widersprüchlich.

Wirbel vom Schleudergebläse: Ich weiß nicht, ob es tatsächlich um Verwirbelungen geht oder vielleicht (auch oder stattdessen) um kleinteilige Impulse des geschaufelten Windes, der auch von Laien manchmal als unruhiger empfunden wird als Wind aus Magazin- oder Keilbälgen. Flöten 4' und 2' verraten solche Unruhe fast immer.

Orgelbauer haben verschiedene Strategien entwickelt, mögliche Wirbel oder Unruhe zu dämpfen. Von Flentrop ist mir bekannt, dass sie manchmal eine Art Windfilter in den Hauptwindkanal einbauen: Der Gebläsewind muss dann ein Röhrchenbündel passieren, das Unruhe angeblich effektiv bremst.

Windwirbel in Kanalecken werden oft so gedämpft, dass der Kanal in der ersten Windrichtung einige Zentimeter weitergeführt und erst dann geschlossen wird; die neue Windrichtung zweigt vorher ab. Die Verwirbelung findet dann in diesem Wind-»Sack« statt, der Wind wird angeblich ruhiger weitergeführt.

Allerdings kommt es mir so vor, als ob in Sachen Wind schon immer viel mit Trial-and-Error gearbeitet wurde. Was von den unterschiedlichen Theorien, wie sie in den Werkstätten kursieren, wirklich stimmt, ist sicher schwer zu entscheiden, denn da spielen fast unüberschaubar viele Einflüsse eine Rolle. Was systematischen Zugang zum Problem angeht: Ich weiß nicht, ob da jemals jemand Cavaillé-Coll und seine riesigen, komplexen Windanlagen abgehängt hat. Der Wind in seinen Orgeln wirkt eigentlich immer maximal ruhig und gleichzeitig kraftvoll, vielleicht eine Folge der zahllosen Regulatoren, Druckminderer und Stoßfänger, die der Wind passiert, ehe er das edle Pfeifenwerk erreicht.

Gruß,
Friedrich


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