Unfassbar-Prospekt Vallendar

Hausorgler @, Feldkirch/Vorarlberg, Sonntag, 26. Mai 2013, 12:59 (vor 4842 Tagen) @ Poupoulcorouse

Wie oft wollen wir das denn noch durchkauen?

Solange wir dazu Lust haben :-). Man darf, muß aber nicht mitkauen.


Die meisten Verantwortlichen solcher Projekte können hinter vorgehaltener Hand natürlich auch zugeben, daß es nur 'ne Annäherung ist.
Aber wenns darum geht, so etwas zu finanzieren, dann muss man halt Werbung machen.

Also rechtfertigt der Finanzbedarf das Flunkern?

Und daß die Ergebnisse klanglich trotzdem meistens wertvoller sind, als ein stilistisch "universaler" nichtssagender Neubau, das bestreiten ja auch meistens nur wenige.

Geschmacksache. Da gehen die Meinungen in den Einzelfällen ja doch oft sehr auseinander.

Soll man solche Projekte wegen solcher Definitionsstreitigkeiten besser bleiben lassen?

Nein gar nicht. Aber Roß und Reiter nennen.

Wenn man eure Defionition zugrundelegt, dann sind die Orgeln in Norden und Hamburg auch Ahrend-Orgeln und keine Schnitger-Orgeln. Dann gibt es schlechterdings keine Schnitger-Orgeln mehr.

So ist es. Es gibt nur noch Orgeln, die einer Schnitgerorgel sehr sehr nahe kommen. Und ich finde es toll, daß es sie wenigstens in diesem Zustand noch gibt.


Trotzdem werden auch die wenigsten hier bestreiten, daß die Annäherung an den Schnitger-Zustand durch Ahrend vermutlich sehr gelungen ist und als exemplarisch gelten kann.

Eben. Vermutlich. Da müssen wir die Meinungsentwicklung der nächsten Jahrzehnte abwarten. Der Stein der Weisen wurde ja schon oft gefunden. Warum soll er nicht noch einmal gefunden werden?

Deshalb ist es legitim, die Orgeln für den "täglichen Gebrauch" als Schnitger-Orgeln zu bezeichnen.

Das könnt jetzt glatt katholisch argumentiert sein ;-)

Damit keine Irritationen entstehen: Ich finde Restaurationen und die diversen Versuche der Annäherung durchaus wünschenswert. Und daß das ein ständig unvollkommenes Bemühen bleiben wird, tut dem keinen Abbruch, darf aber auch ohne vorgehaltene Hand gesagt werden und öfters gekaut werden :-)
Und vielleicht ist ja der höchste Gewinn all dieser Bemühungen gar nicht die möglichst authentische materielle Wiedergewinnung eines ganz oder in Teilen verlorenen Instrumentes, sondern das bei diesem Tun über Stumm oder Schnittger Gelernte.


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