Konstantin, die dritte!

Poupoulcorouse @, Mülheim am Rhein, Samstag, 02. Februar 2013, 13:22 (vor 5025 Tagen) @ Schreipositiv

"Warum muss man den auf jeder Orgel und überall alles darstellen können?"

Davon war nirgendwo die Rede. Aber man kann heute, wenn man schon so ein großes Projekt in Angriff nimmt, durchaus in sich aufgeteilte Instrumentenanlagen bauen, die Vielfalt zulassen, ohne stilistisch nicht überzeugende "Universalorgel" zu sein.

Und, so leid es mir auch tut. Es gibt weißgott mehr solcher "symphonischer Großorgeln" hierzulande, als große Instrumente, auf denen sich adäquat alte Musik darstellen lässt. Wenn man schon Millionen für ein solches Prospekt ausgibt, dann sollte man auch im Hinterkopf behalten, ob man damit Lücken in der Orgellandschaft füllt, oder nur einer kurzlebigen Orgelbaumode hinterherläuft.
Auf der einen Seite heißt es immer, daß zum Beispiel mitteltönige Orgeln die Organisten bei der Wahl des Repertoires so schlimm einschränkten ... ja Himmel, ist das bei diesen symphonischen Kisten nicht genauso?

"Der Raum schreit geradezu nach was großem symphonischem."

Wie gesagt, das ist, freundlich formuliert Geschmackssache, unfreundlich formuliert 'ne Propagandalüge. Der Raum schreit nach etwas Großem. So weit, so richtig. Aber WIE dieses "Große" beschaffen ist, ist völlig offen. Ob das etwas großes Symphonisches, etwas großes Barockes oder meinetwegen ein gotisches Blockwerk auf 32' mit 40-60 Chören ist.

Diesen Stil immer wieder als "Sachzwang" in großen Räumen zu verkaufen, ist absolut ärgerlich und wird im Rückblick sicher nicht minder kritisch gesehen werden, wie die apodiktischen Aussagen über die romantischen Orgeln von den Orgelbewegten vor 60-80 Jahren.


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