Konstantin, die dritte!

Friedrich @, Freitag, 01. Februar 2013, 17:03 (vor 5019 Tagen) @ Poupoulcorouse
bearbeitet von Friedrich, Freitag, 01. Februar 2013, 18:02

Also kann man sich Barockes jeglicher Art dort schonmal abschminken. Schade drum. Was ist daran abwechslungsreich? Das ist Großorgel-0815 ("von CC bis Skinner ist alles dabei!").

Das kann man zwar der Disposition nach meinetwegen so sagen. Aber es ist auch erstmal, Entschuldigung, schlechtgelaunt dahingeunkt. Eule ist eine der Firmen, die den Qualitätsstandard im Orgelbau der letzten beiden Jahrzehnte hochgehalten und sogar gesteigert haben. In Duisburg haben sie offenbar gezeigt, dass sie sich auch einem Stil öffnen können, der quer zu allen bisherigen Entwicklungen in Deutschland steht. Denen ist zuzutrauen, dass sie in einem der großartigsten evangelischen Kirchenräume in Deutschland eine grandiose Orgel hinkriegen.

Mir persönlich sagt diese Dispositionsweise auch nicht mehr so viel. Ich fand es mal toll, so etwas zu entwerfen oder entstehen zu sehen, habe aber durch wirkliche Begegnungen mit Orgeln, Räumen, Musik und Musikern immer mehr meine Vorliebe für klassische Prinzipalchöre und ein gut ausgewogenes Werkprinzip entdeckt. Damit ist es, selbst bei knapp 90 Registern, bei einem solchen Konzept einfach nicht so weit her, weil die Manualwerke so stark spezialisiert sind. Besonders ein Solomanual. Dabei fällt mir Widors Spruch über die Lausanner Tuba ein: »Comme une vache en délire.« Und Trumpet Minuets sind eine Gattung von doch eher begrenzter musikalischer Ergiebigkeit.

Man könnte auch einwenden, dass zu einer solchen Dispositionsweise auch eine bestimmte Form der Liturgie und der Chorkultur gehört – gibt es die so in Trier, oder will man dort mit aller Kraft darauf hinarbeiten? Schön, wenn ja; wenn nein, dann muss die Orgel sich am speziellen und doch eher begrenzten Solorepertoire bewähren, das es für solche Instrumente gibt. Dann gibt’s eben Howells zu den großen Gottesdiensten, viel Glück mit den Kirchgängern.

Aber wie gesagt – die Chancen stehen gut, dass das in seiner Art ein gutes Instrument wird.

Gruß,
Friedrich


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