Quintatön als Basis

Martin78 @, Sonntag, 18. November 2012, 06:38 (vor 5100 Tagen) @ Orlos

Bei uns in Eltville haben wir in der Schwalbennestorgel auch nur eine Quintade 8' als Basis, das funktioniert aber erstaunlich gut, weil es keine dünne, "saure" Quintade ist (in den 70er Jahren wurde die Quintade als Streicher eingestuft!), sondern ziemlich dick und recht tragfähig ist. Sie gibt die Basis und ist trotzdem schön als typisches Soloregister zu gebrauchen. So kenne ich aber auch Quintaden aus der Zeit der Jahrhundertwende, also romantische. Und in Frankreich ist der Quintaton nur ein enger Bordun oder die in Deutschland manchmal zu penetrante Quint-Färbung.
Also wie immer: es kommt darauf an, wie es gemacht ist, der Name allein sagt wenig aus.

Hallo,

volle Zustimmung zu deinem Beitrag.
Es ist ja nicht so, als ob in Barockorgeln (auch von König) nicht auch Gedackte verschiedener Weitenmenensuren gebaut worden sind.
Z.B. ist in Beilstein ("Klein-Ottobeuren") die Hollpfeif im Echowerk deutlich enger als die im HW, die man schon fast für ein romantisches Soloregister halten könnte und ein wunderbares Register ist.
Gleiches gilt für die bekannte Orgel in Steinfeld, bei der das Gedackt des Echo deutlich enger als die wiederum unterschiedlichen Hollpfeifen in HW und RP ist.
Also wurden im Barock auch schon Register und ähnlichen / identischen Registerbezeichnungen gebaut, aber intonatorisch unterschiedlich behandelt.

Das, was in Blankenheim aber 1964 in dieser Erweiterung gebaut worden ist, ist eine magere, sauere Quintade à la Neobarock, nichts was sich mischt, und daher m.E. als Manualbasis weniger geeignet.

Viele Grüße
Martin


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