Die Renaissance der Septime

Aeolinchen, Samstag, 20. Oktober 2012, 12:12 (vor 5131 Tagen) @ Orlos

In St. Johann Baptist in Refrath ist die Orgel umgebaut worden. Man sieht auf der Internet-Seite beide Dispositionen im Vergleich. Anstelle des Gemshornes kam die Flûte harm. ins HW (mit was begleitet man nun die leisen SW-Register?) und anstelle des Prinzipal 2' (der nun in der Mixtur steckt) eine Septime 1 1/7'. Das nenne ich doch 'mal MUTIG.

Mutig ist das. Aber durchdacht? Eine einzelne Septime bringt wenig, wenn man sie nicht mit einer Quint und/oder Terz kombinieren kann.

Da werden landauf/landab die außergewöhnlichen Aliquoten mangels praktischer Verwendbarkeit AUSgebaut und in Refrath baut man eine in eine 25-Register-Orgel ein. Putzig.

Inzwischen sind die außergewöhnlichen Aliquoten fast überall verschwunden oder zumindest verstummt.
Dass man jetzt wieder damit anfängt, sie zu disponieren, wundert mich eigentlich nicht. In der Zeit, als die Doppelflöten und Clarinetten fast ausgerottet waren, tauchten sie in den neuen Orgeln plötzlich wieder auf.

Im SW gibt es nun keine 4'-Flöte mehr, hoffentlich klingt das Cornet composé auch mit einer Fugara 4'.

Das Fehlen einer Flöte 4' ist nicht nur wegen des Cornet bedauerlich. Auch zum Begleiten ist manchmal ein Flötenklang 8' + 4' ganz schön nützlich.


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