neue Orgel, St. Florin, Koblenz, Teil 3

kjz1, Montag, 25. Juni 2012, 16:14 (vor 5179 Tagen) @ tombecher

da gehen die Meinungen auseinander... wir hatten uns ja darüber schonmal ausgetauscht, darum bitte ich um Entschuldigung, wenn ich Dir hier noch mal widerspreche, aber eine Konzertsaalakustik ist das in St. Florin meiner bescheidenen Meinung nach nicht. Ich habe schätzungsweise 4 Sekunden Nachhall gezählt, allerdings habe ich bisher nur 1 Konzert in dieser Kirche gehört, mit vielleicht 60 Zuhörern, die Akustik der voll besetzten Kirche (Einweihungskonzert) kenne ich natürlich nicht.

Gibt es da eine 'objektive Methode' zur Messung? Ich beginne immer dann mit der Zählung, wenn der Schlussakkord (Organo pleno) abgesetzt wird bis zu dem Zeitpunkt, wo ich keinen Nachklang mehr hören kann. In St. Florin sind das für mich 1-2 sec., zum Vergleich: St. Kastor 5-6 sec. oder das andere Extrem, St. Pauls's Cathedral (London) 9-10 sec. Liege ich da überall so falsch?

Das ist eigentlich ab einer mittelgroßen Kirchenorgel grundsätzlich viel zu nahe, wenn es dann evt. noch Mikrofone mit gerichteter Charakteristik sind, dann würde bei diesem Abstand selbst die Speyerer Domorgel klingen wie im Wohnzimmer (...behaupte ich jetzt mal einfach so, aus einiger Erfahrung mit Orgelaufnahmen ;-))

Ich bin zwar kein Profi, aber in diesem Raum würde ich die Mikrophone aus besagten Gründen im Chor aufbauen.

Es wird der Situation beim Einweihungskonzert geschuldet sein, dass man die Mikrofone vielleicht nicht optimal platzieren konnte... von einer solchen Aufnahme auf die Raumakustik und auf die klangliche Wirkung der Orgel im Raum zu schließen, dürfte kaum zu realistischen Erkenntnissen führen.

Einfache Gründe: man konnte so die Aufnahmegeräte zur Bedienung noch auf der Empore platzieren, zudem wollte man wohl keine 'Huster' unbedingt mit aufzeichnen.

Mein Eindruck von der Orgel war auch, dass sie ganz schön Kraft hat, "gestört" hat es mich aber erst bei gezogenen Superoktavkoppeln... die sollte man im Tutti vielleicht besser draußenlassen...

Zum Vergleich ziehe ich halt die Orgel der umliegenden Kirchen heran (Liebfrauen, Herz-Jesu, Christuskirche, St. Josef) und davon hebt sich die neue Orgel doch deutlich im erzielbaren Lautstärkepegel ab. Die 'Nachbarorgel' (Liebfrauen) hat man bei der letzten Überarbeitung (2007) ja eher im Klang 'runder' denn lauter intoniert. Im Vergleich dazu habe ich bei dieser Orgel den Eindruck, hier stand 'Kraft' bei der Intonation im Vordergrund.

Viele Grüße,

- Karl-Josef


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