neue Orgel, St. Florin, Koblenz, Teil 3
Die CD bestätigt das hier schon gesagte: Das Fehlen fast jeglicher Akustik ist deutlich zu hören und selbst auf der Aufnahme empfinde ich das als den Hauptgrund dafür, dass mich keines der gespielten Stücke wirklich mitreißt.
Ja, die Akustik erinnert mich mehr an einen Konzertsaal als eine (mittelgroße) Kirche.
Dafür dass in Koblenz intonatorische Zurückhaltung geübt worden sein könnte, kommen mir gerade die leisen Stellen mit Schwebung zu direkt rüber... (Wobei ich nicht ausschließen kann, dass es an der Aufnahmetechnik liegt...)
'Intonatorische Zurückhaltung' kann ich bei dieser Orgel nicht erkennen. Wie schon gesagt, spontan kam mir zu dieser Orgel der Begriff 'Wuchtbrumme' in den Sinn.
Was will ich nun mit diesem Roman sagen? Ich möchte ihn mit einer Frage abschließen: Wie hat sich die Orgel denn nun in den letzten 1 1/2 Jahren in Konzerten bewährt? Was wird auf ihr gespielt? Bewahrheitet sich im Live-Eindruck derjenige, den ich beim Hören der CD bekommen habe? Ist die Orgel tatsächlich für französische (romantische und moderne) Musik besser geeignet als für Reger?
Wenn ich mich richtig erinnere, standen beim Einweihungskonzert die Mikrophone gerade mal 5-6 m von der Orgel entfernt. Bei dieser Akustik ist dies eigentlich viel zu nahe. Bei einer Orgeldemonstration forderte der Hausorganist die Zuhörer explizit dazu auf, während des Spiels (ein Orgelwerk von Bach) in der Kirche umherzugehen. Und tatsächlich, für meine Ohren klang die Orgel am besten in weiter Entfernung, also im Hochchor fast am gegenüberliegenden Ende der Kirche. Da wurde die 'Direktheit' durch den längeren Schallweg nämlich etwas gemildert.
Im gottesdienstlichen Gebrauch habe ich die Orgel noch nicht gehört, aber die spontane Reaktion von anderen Zuhörern war: die Orgel ist zu laut...
Schaut man sich das Konzertprogramm an:
http://www.koblenz-mitte.jamnet.de/neue_orgel_florinskirche-112.html
so ist da Reger eher selten vertreten. Bisher habe ich bei Konzerten auf dieser Orgel auch kein Reger-Werk mehr gehört. Und ich kann mich da nur wiederholen: die Orgel ist nicht schlecht, nur gehört sie nicht in diesen Raum... Diese Orgel bräuchte eine große Kathedralakustik, um die 'Direktheit' zu mildern (die klanglichen Reserven zum Füllen eines großen Raumes besitzt die Orgel natürlich auch). Dies kann die Florinskirche aber leider nicht bieten.
Leider habe ich die Göckel-Orgel in St. Peter (Düsseldorf) noch nicht gehört, da würde ich gerne mal vergleichen.
Viele Grüße,
- Karl-Josef
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