GdO-Tagung Wien 4. Tag (Mittwoch)

Regermann @, Oberpfalz, Mittwoch, 07. August 2024, 10:27 (vor 769 Tagen) @ Dorforganist

Exkursion am Mittwoch, Wienerwald-Tour Gruppe B:
Hier konnte man sich generell über relativ begrenzte Fahrzeiten freuen, das Timing war mit Zeitreserven geplant und wurde auch wenig beeinträchtigt, als der Doppeldecker-Bus in Baden wegen einer überraschenderweise zu niedrigen Unterführung Umwege fahren musste.
Gleich die erste Station erwies sich als ein Highlight der Tour: In Baden trafen wir wieder auf Michael Capek und seinen Vater Wolfgang, die schon am Sonntag in St. Augustin gespielt hatten. St. Josef ist für sie ein "Heimspiel". Drako Lukman (Kaindorf) hat die Orgel 2019 gebaut, er war auch anwesend. Das mit Lothar Zickermann designte Instrument fügt sich in eine schattige Ecke des modernen Kirchenraums. Mit den geschickt disponierten 27 Registern lässt sich eine große stilistische Bandbreite abdecken, wir hörten Literatur von Buxtehude (Praeludium BuxWV 136) über Escaich (Evocation Nr. 4) und Saint-Saens (Improvisation op. 150/4) bis zu einer schwungvollen Improvisation ("Es sungen drei Engel") von Michael Capek. Ein besonderes Schmankerl war die Sonate für 4 Hände von Francis Poulenc - kurz und bündig, geistreich, mit Witz komponiert und ebenso gespielt.
Nach einer Wanderung durch die aufgeheizte Altstadt dann in die Pfarrkirche St. Stephan. Stefan Donner spielt souverän die Hradetzky-Orgel von 1987 im Gehäuse von Henke (1744). Mozart KV 608, Bach, zwei Kanons aus der Kunst der Fuge BWV 1080, Wilhelm Gade, drei Tonstücke op. 22.
Auf dem Hafnerberg konnten wir uns über eine 2019 restaurierte Pfliegler-Orgel freuen (1767, 17/II/P). Caroline Atschreiter führte sie gediegen mit Muffat, Buxtehude und Peretti (*1974) vor. Erfreulicherweise war auch Orgelbauer Alois Linder vor Ort und konnte den Interessierten Erklärungen zur Technik der Orgel und zur Restaurierung geben.
Es war nicht mehr weit zur Zisterzienserabtei Heiligenkreuz. Die große Kober-Orgel von 1804 (52/II/P) wurde zuletzt 1997 von Allgäuer restauriert. Sie war nicht in einem optimalen Zustand, speziell die Stimmung ließ zu wünschen übrig. Anton Holzapfel stellte das Instrument etwas beiläufig vor, gerade die zahlreichen Zungenstimmen (auch sie in schlechtem Zustand) konnte man erst im Nachhinein auf Nachhaken kurz hören.
Also auf in den wunderschönen Biergarten, von dem aus man das bestens geplante und realisierte Carillon-Konzert erleben konnte, das als Einspringer die GdO-Mitglieder Ariane Toffel und Georg Wagner spielten. Großartig, Chapeau!

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freundliche Grüße, Regermann


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