"Die unmoderne Orgel"

Karl-Bernhardin Kropf @, Rostock, Dienstag, 15. November 2022, 19:12 (vor 1454 Tagen) @ Residual

In der niederländisch-reformierten Kirchengemeinde meines Großvaters war der Gesang schon deshalb kräftiger als in den Nachbarkirchen anderer Denominationen, weil stehend gesungen wurde.
Dass dies sängerisch nicht nur lautstärkemäßig viel mehr hermacht, wissen nicht nur die Anglikaner, sondern jeder Chorsänger.

Das stimmt. Im Hamburger Michel hat sich Manuel Gera sehr für stehendes Singen eingesetzt, damals zunächst wohl mit gutem Erfolg. Neulich fragte ich den Pastor, wie es damit stünde (oh, Wortwitz), und er sagte, dass nur mehr einzelne Lieder im Stehen gesungen werden, nicht mehr grundsätzlich.

Das gibt ja auch gewisse Kollisionen mit den - evangelisch - uneinheitlichen Praktiken, wann überhaupt im Gottesdienst gestanden wird. Zu Gebeten, zu Lesungen? Am Ende käme raus, dass man gar nicht mehr sitzt. Das wäre dann ja ostkirchlich....

Im anglikanischen Evensong muss sich die Gemeinde zu den Doxologien, an denen sie nicht weiter ausführend beteiligt ist, erheben.

Mehr Singen im Stehen wäre auf jeden Fall zu begrüßen.


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