Klangvolle Truhenorgel – Eberbach

Wolfgang Gourgé @, Donnerstag, 28. August 2014, 00:04 (vor 4448 Tagen) @ Orlos

In Eberbach saß ich schon oft und habe mir Orgeln darin vorgestellt. Immerhin gibt es im Langschiff noch die Tür zur ehemaligen Schwalbennestorgel, von der nichts mehr übrig ist. Sie ist aber ziemlich weit im Westen angeordnet, also weit von der Vierung entfernt. Im Gottesdienst würde sie mir dort wenig nutzen, weil die Chöre vorne stehen.
An der Ostwand des südlichen Querhauses gibt es auch noch Türen im "1. Stock" (ehemals Emporen), dort könnte man eine große Schwalbennestorgel hinhängen (wie im Trierer Dom). Dort wäre sie für Gottesdienste und Konzerte perfekt angeordnet.
Aber die "Kirche" ist nun völlig leergeräumt, da darf keine fest installierte Orgel hin. Also eher so etwas wie Alpirsbach.
Übrigens bin ich am liebsten dort, wenn gar nichts drinsteht, noch nicht einmal ein Stuhl. Dann ist die Weite des Raumes mit den vier Schiffen am grandiostesten zu erleben.
Im Jahr 2015 werden unsere zehn Gemeinden zur Großpfarrei fusioniert. Nur haben wir gar keine Kirche für große gemeinsame Gottesdienste. Wir weichen jetzt schon an Pfingsten ins ehemalige Kloster Eberbach aus, weil dort eben der größte Raum vorhanden ist. Nur muss man leider alles hinschleppen (Altar, liturgische Geräte und Gewänder, Orgel). Die Protestanten machen es übrigens an Ostern genauso. Es ist schon eine einmalige Atmosphäre.

....allerdings - der Raum beeindruckt gerade durch seine Askese (und sagt auch mir deshalb eher zu als viele Barockkirchen). Wenn diese Kirche liturgisch "reanimiert" würde, wäre das doch eigentlich im Sinne der Erbauer. Ich kann es nachvollziehen, daß man da nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen darf - aber es gibt ja fahrbare Orgeln wie eben in Alpirsbach oder auch in der Wiener Augustinerkirche. Das wäre doch was: zwei fahrbare Orgeln, eine evangelische, eine katholische....;--).

Und einen IKEA-Altar wird man dort ja auch noch aufstellen dürfen.....

Aber ganz im Ernst: eine Orgel dort, nicht zu klein, das wär's. Allerdings kann die Kirche meines Wissens nicht geheizt werden, und feucht wird es wohl auch sein. Eine Herausforderung für jeden Orgelbauer. Als ich das letzte mal dort war - April 2012 -, steckte in der Kirche noch die Winterkälte. Die Türen hatte das Personal dafür weit geöffnet, so daß die warme Frühlingsluft herein- und das Kondenswasser an den Wänden herunterströmte. In der Klosterwirtschaft war der Wirtsgarten voll - aber drin ließ es sich auch ganz gut sitzen, und das Essen war prima.

Ist schon schön, der Rheingau. Wenn bloß die Großpfarreien nicht wären.

Gruß,
Wolfgang


gesamter Thread:

 

powered by my little forum